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Kultur

Der Einpacker

Der amerikanische Verhüllungskünstler CHRISTO steht vor dem verpackten Reichstagsgebäude in Berlin und lächelt in die Kamera des Fotografen. (COLORplus)

Es war ein deutsches Sommermärchen, als Christo und Jeanne-Claude 1995 den Berliner Reichstag in silbrig glänzende Stoffbahnen hüllten: Zwei Wochen lang feierten rund fünf Millionen Menschen ein Fest, das viele sogar als die eigentliche Wiedervereinigung der einst geteilten Stadt empfanden. Am 13.06.2010 wurde Christo 75 Jahre alt. Auch seine kürzlich verstorbene Frau Jeanne-Claude wäre an diesem Tag 75 geworden. Die Französin und der gebürtige Bulgare, die 1964 nach New York zogen und später amerikanische Staatsbürger wurden, zählen mit ihren spektakulären Verhüllungsaktionen zu den erfolgreichsten Künstlerpaaren der Geschichte.

Oft hatten sie gegen Widerstände zu kämpfen: Viele ihrer Pläne stießen zunächst auf Ablehnung. Doch immer stand am Ende der Erfolg, mitunter kam sogar der Wunsch nach Verlängerung – so wie bei der Reichstagsverhüllung in Berlin. Dem sind sie nie nachgekommen: "Das wäre das Gleiche, als wenn man uns bitten würde, den Reichstagsstoff pink anzumalen", schrieb Christo damals den Deutschen ins Stammbuch. Ausstellungen in Brühl und Schwäbisch Hall würdigen derzeit das Werk des 75jährigen Künstlers, den mit Deutschland nicht nur die Verwandlung des Reichstags verbindet: Zu seinen ersten Arbeiten zählte die Verhüllung von Fässerstapeln in Köln am Rhein.