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Lebensart

Der echte "Manta Manta"-Manta im Haus der Geschichte in Bonn

Breites Heck, tiefer gelegt, Sportsitze: Der Manta aus der Actionkomödie "Manta Manta" hat eine rasante Karriere hingelegt. Til Schweiger gewann damit jede Wettfahrt. Ab sofort steht er im Haus der Geschichte in Bonn.

Im Haus der Geschichte räkelt sich nicht Tina Ruland als Vollblondine Uschi auf der knallgelben Kühlerhaube. Auch Til Schweiger ist nicht gekommen, als der originale Film-Manta am Montagmorgen über einen Spezialaufzug ins Haus der Geschichte rollt. Oder besser gesagt: geschoben wird, voller Ehrfurcht, von Männern in Handschuhen. Hier knattert der Opel Manta - Baujahr 1985 - nicht durch die Ausstellungshalle, sein Motor heult nicht auf, stattdessen steht er ruhig und blank poliert im Museum.

Gelbe Manta Kühlerhaube signiert von Til Schweiger (DW/S. Oelze)

Original Manta Manta-Manta signiert von Til Schweiger

"Manta Manta" - ein Kultfilm der 1990er-Jahre - handelt von zwei ziemlich unterbelichteten Machos, die sich ein Autorennen liefern. Til Schweiger als Bertie sitzt im Manta, der Gegenspieler Axel im Golf GTI. Es wird gerempelt und geschoben. Die Straßenverkehrsordnung wird von den beiden Rasern völlig ignoriert. "Manta Manta" war auch ein Kniefall vor dieser Proll-Karre, die wie kaum eine andere beliebt war in den 1980ern, vor allem im Ruhrgebiet. Im Film fegten Til Schweiger und Tina Ruland, das Pärchen mit altmodischer Föhnfrisur und Hawaii-Hemd, 1991 im wahrsten Sinne des Wortes die Straßen leer. 1,2 Millionen Zuschauer sahen sich "Manta Manta" an.

Manta: Wagen von ganz besonderem Kaliber

Er sei noch fahrbereit, sagt Ausstellungsdirektor Thorsten Schmidt, werde aber nicht mehr im normalen Straßenverkehr eingesetzt. Seit Jahren gehört der originale "Manta Manta"-Manta einem Autohausbesitzer in der Nähe von Aachen, der ihn hütet wie einen kostbaren Schatz. In der Ausstellung "Die Deutschen und ihre Autos", die am 10. März startet, steht er als Prototyp der Fetischisierung des fahrbaren Untersatzes. Kaum ein anderes Auto hat den Manta und sein Image als Assi-Auto überholt. Vor allem im Ruhrgebiet fand er eine Heimat und entwickelte sich zum Lieblingsauto der Tuningszene. Hinzu kam, dass Anfang der 1990er-Jahre Witze über Manta-Fahrer angesagt waren, von denen sich im Film einer an den anderen reiht. Der Manta wurde zu einer Art negativem Status-Symbol, deren Fahrer als ungebildet, aber als gute Autoschrauber galten.

Breite pinke Reife des Manta (DW/S. Oelze)

Bunt wie ein Papagei mit pinken Reifen - breit wie eine Walze

Für den Film wurde der Manta ganz besonders herausgeputzt: getunte Heckspoiler, Lufthutzen zur Kühlung, breitere Reifen, tiefergelegt. Zwei Fuchsschwänze - einer am Innenspiegel, einer am Schlüssel - verwandeln ihn im Innern zu einem Wohnzimmer auf Rädern. Die Farben seien übrigens nur für den Film zusammengemischt worden und existierten nur einmal für dieses Modell des Opel Manta B, das 1975 erstmals hergestellt wurde.

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