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Kultur

Der DW-Kulturkalender für November

Die Tage werden kürzer, das Wetter ist nass und kalt, der "November-Blues" macht sich breit. Dagegen hilft nur unsere Auswahl an Kultur-Ereignissen in Deutschland.

Jazz an Elbe und Rhein

Die Sängerin Lisa Bassenge (Foto: Jürgen Schabes)

Sängerin Lisa Bassenge ist zu Gast bei den Leverkusener Jazztagen

Zwei internationale Jazzfestivals bieten ein vielfältiges Programm mit der Möglichkeit, Jazz-Legenden live auf der Bühne zu erleben. Am 2. November starten die Jazztage Dresden. Was vor zehn Jahren im Rahmen des 650-jährigen Jubiläums des Ortes Unkersdorf begann, lockt inzwischen reichlich Jazz-Fans an die Elbe. In diesem Jahr sind unter anderem Klaus Doldingers Passport, Al Di Meola und Kenny Ball And His Jazzmen zu erleben.

Schon seit 1980 treffen sich nationale und internationale Stars bei den Leverkusener Jazztagen. Damals feierte Leverkusen sein 50-jähriges Bestehen. Die 32. Ausgabe des Festivals beginnt am 5. November mit ZAZ aus Frankreich und der deutschen Sängerin Lisa Bassenge. Auf die Jazz-Legenden müssen die Fans nicht lange warten: Am zweiten Tag geben sich Randy Crawford und Joe Sample die Ehre. Die Sängerin und der Pianist treten seit 1979 immer wieder gemeinsam auf. Damals hatten Crawford und die Fusion-Band The Crusaders mit Sample den Welthit "Street Life". Auch der zurzeit wahrscheinlich beste Jazz-Sänger der Welt kommt an den Rhein: Kurt Elling mit seinem Quintett.

9. November

Ein Kammerorchester musiziert im Holocaust-Mahnmal in Berlin (Foto: AP)

Das Holocaust-Mahnmal in Berlin erinnert an die ermorderten Juden in Europa

Ein Tag in der deutschen Geschichte, der als "Schicksalstag der Deutschen" bezeichnet wird. 1938 erreichte die Vernichtung der Juden im Deutschen Reich einen traurigen Höhepunkt: Die Nationalsozialisten zündeten in der Nacht auf den 10. November jüdische Geschäfte, Häuser, Synagogen und andere Einrichtungen an. Jüdische Bürger wurden ermordet oder in Konzentrationslager verschleppt. An diesem Tag begannen die Novemberpogrome – ein von Hitlers Schergen inszenierter Ausdruck des "Volkszorns" gegen die Juden. Seit vielen Jahren erinnern am 9. November unter anderem jüdische Gemeinden mit zahlreichen Veranstaltungen an die schrecklichen Ereignisse.

Der neunte November ist aber auch ein Freudentag für alle Deutschen: 1989 fiel die Berliner Mauer und die lange ersehnte Wiedervereinigung des in Ost und West geteilten Deutschlands schien möglich zu werden. Der Rest ist Geschichte. Seit über 20 Jahren wächst Deutschland zusammen. Und die vom Einheits-Kanzler Helmut Kohl prognostizierten "blühenden Landschaften" haben leider noch immer nicht die ganze Republik überzogen. Trotzdem feiern die Deutschen dieses wichtige historische Ereignis. Nicht nur in Berlin werden viele Mauerfall-Parties daran erinnern.

Dem Nachwuchs eine Chance

Das Kino Atlantis in Mannheim (Foto: Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg/ Norbert Bach)

Großes Kino erwartet die Zuschauer im Mannheimer Filmpalast Atlantis

Was unterscheidet das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg von den Mega–Ereignissen in Cannes, Venedig, Locarno oder Berlin? Es dürfen nur Newcomer-Regisseure am Wettbewerb teilnehmen, die noch nicht international bekannt sind. Seit mittlerweile 60 Jahren bietet das zweitälteste Filmfestival der Welt dem Autorenfilm ein international beachtetes Forum. Entdeckt wurden in Mannheim-Heidelberg beispielsweise Francois Truffaut (1959), Rainer Werner Fassbinder (1969), Wim Wenders (1969) oder Lars von Trier (1984). Vom 10. bis 20. November gehen rund 50 Filme im Wettbewerb an den Start.

Karneval und Martinstag

Ein Karnevalist auf dem Rosenmontagszug 2010 in Köln (Foto: dpa)

Am 11.11.11 um 11 Uhr 11 starten im Rheinland die Jecken in die fünfte Jahreszeit

Am 11. November ist es wieder soweit: Für alle Freunde des Karnevals beginnt die "fünfte Jahreszeit". Traditionell treffen sich zum Beispiel in Köln die "Jecken" um 11 Uhr 11 und eröffnen offiziell die neue Karnevals-Session. Dann wird in der Domstadt getanzt, getrunken und geschunkelt. Der Karneval in Köln war einst ein fröhliches und buntes Straßenfest. Im 19. Jahrhundert allerdings wollten die preußischen Besatzer die wilden Umzüge verbieten. Doch die Kölner organisierten den Karneval neu und so wurde nun die "offizielle" Veranstaltung von den Preußen geduldet.

Der elfte Tag im Monat November ist auch der Festtag des Heiligen Martin von Tours (4. Jahrhundert). Nach der Legende sieht der junge Soldat Martin, der an einem kalten Wintertag auf einem Pferd reitet, einen armen Mann, der friert und Hunger hat. Martin nimmt sein Schwert und schneidet seinen Mantel in zwei Teile. Eine Hälfte gibt er dem armen Mann, damit der sich gegen die Kälte schützen kann. Heute ziehen am Martinstag Kinder durch die Straßen und singen Martinslieder. Jedes Kind trägt eine Laterne. Die Kinder bekommen ein besonderes Gebäck in der Form eines Mannes – den so genannten "Weckmann" oder auch "Stutenkerl" genannt. Und nach dem Martinszug freuen sich alle auf das große offene Martinsfeuer, mit dem der Tag langsam ausklingt.

Weihnachtsmärkte

Sternanis und Zimtstangen (Foto: Fotolia/Floydine)

Es weihnachtet sehr ...

Lebkuchen und Weihnachtsgebäck bieten die Supermärkte in Deutschland bereits seit dem Spätsommer an. Das ist schon seit vielen Jahren so. Vorweihnachtliche Stimmung stellt sich da für gewöhnlich noch nicht ein – schließlich geht es hier nur um den Verkauf der produzierten Ware. Das ändert sich gegen Ende November, wenn die Weihnachtsmärkte eröffnet werden. In Hamburg und Köln wird es ab dem 21. November nach Zimt, Anis und Bratwurst duften. Eine Woche später startet der wohl berühmteste aller deutschen Weihnachtsmärkte – der Nürnberger Christkindlesmarkt. Bis zum 18. Dezember kann man sich dort Dekorationsideen wie den original Nürnberger Rauschgoldengel zeigen lassen und natürlich auch das eine oder andere Geschenk kaufen.


Autor: Conny Paul
Redaktion: Günther Birkenstock

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