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Kultur

Der DW-Kulturkalender für Juli

Sommerzeit, Ferienzeit. Viele Menschen zieht es ins Ausland, aber auch das Hierbleiben lohnt. Ausstellungen und Festivals locken Besucher aus aller Welt mit attraktiven Kulturprogrammen …

Happy Birthday, Goethe!

60 Jahre Goethe-Institut: 1976 Lomé/Togo: 2 Frauen mit Goethe-Büste und Kopfhörern (Foto: Goethe-Institut / Michael Friedel)

Goethe in Togo: Die Arbeit in Afrika hat im 21. Jahrhundert wieder stark an Bedeutung zugenommen.

60 Jahre Goethe-Institut, 60 Jahre deutsche Kulturarbeit – darauf wird am 5. Juli in Berlin angestoßen, in der Gemäldegalerie am Kulturforum. Es soll ein großes Fest werden, drinnen für die geladenen Gäste, draußen im Freiluftkino für jeden, der Lust hat vorbeizukommen. Nun sind solche Jubiläen ja nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch immer ein guter Anlass einen Blick zurückzuwerfen: auf die Anfänge – die in diesem Fall in das Jahr 1951 zurückreichen, in die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Damals bestand die Hauptaufgabe des Goethe-Instituts zunächst darin, ausländische Deutschlehrer in Deutschland fortzubilden. Nach und nach aber wurden ihm die im Ausland tätigen deutschen Kulturinstitutionen angegliedert, Anfang der siebziger Jahre wurde die auswärtige Kulturpolitik zur dritten Säule der deutschen Außenpolitik. Heute ist das Goethe-Institut eines der größten Kulturinstitute weltweit: mit 150 Häusern in 93 Ländern, Tausenden von Kulturveranstaltungen und Millionen von Deutschlernenden. Zuletzt wurde die neue Filiale in Nikosia, Zypern, (wieder-)eröffnet.

Einblicke in die Welt der Medien

Das Internationale Zeitungsmuseum in Aachen wird am 8. Juli 2011 neu eröffnet (Foto: IZM)

Medien gestern und heute: Das Zeitungsmuseum in Aachen birgt weltweit einmalige Schätze.

Seit einigen Jahren schon ist international vom großen Zeitungssterben die Rede. Nicht wenige prophezeien das Ende der auf Papier gedruckten Tageszeitung, die Konkurrenz des Internets sei zu groß, der finanzielle Druck auf die Verlagshäuser zu hoch. Wo aber geht es hin? Was sind die Medien der Zukunft, und wo hat unsere heutige - bisweilen chaotische - Medienlandschaft überhaupt ihren Anfang genommen? Fragen wie diese versucht das Internationale Zeitungsmuseum der Stadt Aachen zu beantworten, das am 8. Juli zur großen Wiedereröffnung einlädt. Gegründet wurde es Ende des 19. Jahrhunderts von dem Privatgelehrten Oskar von Forckenbeck. Ein Mann, der auf seinen zahlreichen Reisen Tausende von internationalen Zeitungen sammelte und damit den Grundstock für das Museum legte. Heute liegen im dortigen Archiv rund 200.000 Zeitungen aus aller Welt aus dem 17. bis 21. Jahrhundert. Das älteste Exemplar stammt aus dem Jahre 1609. Im Unterschied zur früheren Ausstellung liegt der Fokus jetzt allerdings nicht mehr auf der Geschichte des Zeitungswesens, sondern generell auf der Entwicklung der Medienwelt und ihren Auswirkungen auf das Leben der Menschen.

Der Sommer gilt den Festivals

Die Hamburger Formation 'Novisa' spielt in der Marktstraße beim internationalen Tanz- und Folkfestival in Rudolstadt (Foto: dpa)

Schöne Töne I: In Rudolstadt trifft sich wieder die Folkszene.

Wie schon im Juni geht es auch im Juli weiter mit zahlreichen Musikfestivals. Entgegen dem allgemeinen Kürzungstrend hat das "TFF.Rudolstadt", Deutschlands größtes Folk-Roots-Weltmusik-Festival, zu dem im letzten Jahr mehr als 70.000 Besucher kamen, sein Programm in diesem Jahr von drei Tagen auf vier Tage erweitert (30.6.-3.7.). Auf über zwanzig Bühnen, die in der ganzen Stadt verteilt sind, präsentieren Künstler aus aller Welt ihre Musik. Schwerpunktland ist in diesem Jahr die Schweiz, daneben gibt es diverse Konzerte mit Harfe und auch wieder einen Tanz des Jahres: den Walzer. Mit dem Tanz hat es in Rudolstadt eine besondere Bewandtnis: Einst fand hier – unter anderem Namen – das zentrale Tanzfest der DDR statt, bei dem die sozialistischen Staaten ihre Volkstänze präsentierten. Für Klassikfans beginnt wenige Tage später im hohen Norden das Schleswig-Holstein-Musikfestival (9.7.-28.8.), das im letzten Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feierte. Es ist nicht nur eines der größten seiner Art, sondern sticht auch durch seine besonderen Aufführungsorte hervor: Gespielt wird in Kirchen und Schlössern, aber auch auf Bauernhöfen, in Parks, Scheunen und in einer Flughafenhalle. Über die Gestaltung des Programms sagt der künstlerische Leiter Christoph Eschenbach, dass es "möglichst bunt" sein, viel Abwechslung" bieten und "Musik aus vielen Jahrhunderten" bringen sollte. Auch hier gibt es einen Länderschwerpunkt: nach Polen im letzten Jahr ist diesmal die Türkei an der Reihe.

Zum 100. Mal: Wagner in Bayreuth

Tenor Jonas Kaufmann als 'Lohengrin' in der Inszenierung des Regisseurs Hans Neuenfels 2010 (Foto: AP)

Schöne Töne II: Bayreuth freut sich auf die Lohengrin-Inszenierung von Hans Neuenfels.

Am 25. Juli ist es wieder soweit: Wagner-Fans aus aller Welt strömen zu den Bayreuther Festspielen, die in diesem Jahr zum 100. Mal stattfinden (25.7.-28.8). Nun werden solche runden Daten ja in der Regel groß gefeiert, und tatsächlich wird es auch eine Publikation zu diesem Anlass geben. Ansonsten aber liegt das Jubiläums-Augenmerk eher in der Zukunft, auf dem 200. Geburtstag von Richard Wagner im Jahre 2013. Aber das soll die Freude der Bayreuth-Fans in diesem Jahr nicht trüben. Auf dem Programm stehen wie immer fünf Opern Richard Wagners: eine Neuinszenierung des "Tannhäuser", sowie vier Wiederaufnahmen aus den letzten Jahren. Die Idee, auch andere Komponisten bei den Festspielen aufzuführen, hat sich bislang nicht durchgesetzt. Zu schwer wiegt die Tradition und das Argument, Bayreuth würde dadurch seine Einmaligkeit verlieren. Fortgesetzt wird aber das Projekt "Richard Wagner für Kinder", das Katharina Wagner vor zwei Jahren ins Leben gerufen hat. Diesmal wird es eine 90-minütige Kurzfassung des "Ring des Nibelungen" geben – vielleicht auch für den ein oder anderen Erwachsenen ein passender Einstieg in die Wagnerwelt.

Literatur in Klagenfurt

Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt: Ingeborg-Bachmann-Preis 2010 für Peter Wawerzinek (Foto: ORF)

Freude in Klagenfurt: Peter Wawerzinek erhielt 2010 den Ingeborg-Bachmann-Preis.

Literatur zu bewerten – das ist relativ schwer. Anders als bei sportlichen Wettbewerben ist die Ermittlung des Siegers bei einem Literaturwettbewerb meist Ergebnis langwieriger ästhetischer Diskussionen, die oft hinter verschlossenen Türen stattfinden. Beim Ingeborg-Bachmann-Preis, der im Rahmen der "Tage der deutschsprachigen Literatur" (6.-10. Juli) im österreichischen Klagenfurt verliehen wird, ist das anders. Hier lesen 14 Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vor Publikum aus ihren Werken, anschließend diskutiert eine Jury im Beisein der Autors – der allerdings angehalten ist zu schweigen, so lauten die Regeln – das Gehörte und versucht, sich eine Meinung zu bilden. Auch das findet öffentlich statt und wird zudem live im Fernsehen übertragen. Wie schwierig eine solche Urteilsfindung ist, zeigt meist auch das Ergebnis: Von den sieben Juroren sind selten alle einer Meinung, in der Regel wird am Ende abgestimmt. Der Sieger kann sich freuen: Er oder sie bekommt nicht nur viel mediale Aufmerksamkeit, sondern auch 25.000 Euro Preisgeld.

Kino: Bollywood, Hollywood und der Berlinale-Sieger

Filmstill aus dem Bollywood-Film Dabangg, Regie: Abhinav Sinha Kashyap, Indien 2010 (Foto: Arbaaz Khan Production)

Typisch Bollywood: Szene aus "Dabangg" von Regisseur Abhinav Sinha Kashyap

Eine Reise nach Indien – für viele ist das ein Traum. Wem das zu weit weg ist, dem sei das Indische Filmfestival "Bollywood and beyond" in Stuttgart empfohlen. Vom 20. bis 24. Juli werden hier mehr als 40 neue Filme aus Indien gezeigt, darunter natürlich viele Spielfilme, aber auch Dokumentar- und Kurzfilme. Dazu gibt es ein buntes Rahmenprogramm mit Tanzworkshops und sogenannten "Tea Talks", bei denen über indische Kultur, Politik und Wirtschaft geredet wird. Und natürlich darf auch der rote Teppich nicht fehlen, über den in den letzten Jahren diverse Bollywood-Stars wandelten und regelrechte Blitzlichtgewitter auslösten. Ansonsten meldet sich im Juli auch Hollywood wieder zu Wort: Am 14.7. kommt der letzte Teil der Harry Potter Filme in die deutschen Kinos. Für die Fans ein lang ersehntes und zugleich auch trauriges Datum, denn danach ist es vorbei mit dem großen Harry Potter Abenteuer. Wen das nicht so interessiert: Parallel dazu startet auch der Film "Nader und Simin" aus dem Iran, der im Februar bereits groß gefeiert wurde. Er erhielt den Goldenen Bären der Berlinale 2011. Alles in allem viel Kino-Stoff – aber es gibt ja bestimmt auch mal ein paar regnerische Tage im Juli…

Autorin: Petra Lambeck
Redaktion: Jochen Kürten

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