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Kultur

Der DW-Kulturkalender für Januar

Das neue Jahr geht spannend los: In Saarbrücken trifft sich der deutsche Filmnachwuchs, Köln lockt mit Möbelmesse und Designwoche, in Berlin startet die Fashion Week. Und das ist noch längst nicht alles…

Treffen der Filmemacher

Filmstill 180 Grad von Cihan Inan (Copyright: Filmfestival Max Ophuels Preis)

Im Wettbewerb um den Max-Ophüls-Preis: Der Film "180°" von Cihan Inan

Jedes Jahr im Januar versammelt sich der deutschsprachige Filmnachwuchs beim Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken, der Heimatstadt des deutsch-französischen Regisseurs Max Ophüls, nach dem das Festival benannt ist. Mehr als 500 Filme hat das Auswahlgremium in diesem Jahr gesichtet. 16 davon dürfen am "Wettbewerb Langfilm", weitere 16 am "Wettbewerb Kurzfilm" teilnehmen, die meisten davon sind Uraufführungen. Für manch einen Filmemacher hat hier die große Karriere begonnen. Ein prominentes Beispiel ist Florian Henckel von Donnersmarck, der in Saarbrücken im Jahr 2000 seinen ersten Preis für den Kurzfilm "Dobermann" erhielt. Sieben Jahre später folgte der Oscar für den Film "Das Leben der Anderen". Das läuft natürlich nicht immer so, aber ein erster Schritt zu einem größeren Publikum ist das Festival in jedem Fall. Kamen im Gründungsjahr vor rund 30 Jahren um die 700 Zuschauer, sind es heutzutage mehr als 30.000. Und apropos Oscars: Die werden in Saarbrücken bestimmt auch Thema sein, denn am 25. Januar gibt die Academy in Los Angeles bekannt, wer auf der Liste der Nominierten steht.

Design in Köln - Ist da nicht was faul?

Passagen Köln: Venice von Claudio Bellini © Riva Industria Mobili SpA

Aktuelles Design aus Lagunenpfählen: Venice von Claudio Bellini

Was macht man mit Holz, das zehn Jahre lang im Wasser stand? Nicht viel, könnte man denken. Am besten trocknen und als Brennholz verwenden. Handelt es sich aber um Lagunenpfähle aus Venedig, die ausgewechselt wurden, gibt es sicherlich interessantere Verwertungsmöglichkeiten. Das dachte sich eine italienische Möbelfirma und engagierte 29 Designer, um die nutzlos gewordenen Eichenstämme zu recyceln – zu Tischen, Stühlen oder Skulpturen. Die Ergebnisse präsentiert das Museum für Angewandte Kunst in Köln im Rahmen der "Passagen", einer Designwoche, die parallel zur Internationalen Möbelmesse stattfindet (17.-23.1.). Ingesamt gibt es rund 190 Veranstaltungen an verschiedenen Orten der Stadt. Damit gehören die Passagen, die vor 22 Jahren gegründet wurden, zu einer der größten Designplattformen in Deutschland.

Das Unwort des Jahres

Eine Spielzeugfigur hält den Schriftzug 'Betriebsratsverseucht'. Der Begriff wurde zum 'Unwort des Jahres' 2009 gewählt (Foto: dpa)

"Sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen": das Unwort des Jahres 2009

Nicht unbedingt ein klassisches Kulturereignis, aber definitiv ein Thema über das geredet wird: Am 18. Januar wird das Unwort des Jahres 2010 bekannt gegeben. Die Auswahl ist in der Regel groß, in den letzten Jahren wurden stets um die tausend Vorschläge eingeschickt. 2009 machte der Begriff "betriebsratsverseucht" das Rennen, für die Jury, die zum großen Teil aus Sprachwissenschaftlern besteht, war das ein "sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen". Die Jahre zuvor ging es um Begriffe wie "Herdprämie", "Entlassungsproduktivität" oder auch "Rentnerschwemme". Nun ist das Ganze natürlich halbwegs subjektiv, und das bestreiten die Verantwortlichen auch überhaupt nicht. Doch was sie bezwecken wollen, das erreichen sie: Eine Diskussion über bestimmte Begriffe anzustoßen und damit vielleicht eine größere Sensibilität im Umgang mit Sprache zu wecken – auch in der Politik- und Wirtschaftswelt, denn hier haben besonders viele Unwörter ihren Ursprung.

Von wegen Socken und Sandalen: "Fashion Week" in Berlin

Ein Model präsentiert Mode des Designers Sam Frenzel auf der Fashion Week 2010 in Berlin (Foto: AP)

Hingucker des Designers Sam Frenzel - hoher Kragen für kalte Tage in Berlin...

Mode aus Deutschland – das klingt irgendwie immer noch nicht so richtig fesch, im schlimmsten Falle geistert da gleich das Bild von Männern in weißen Sportsocken und Sandalen herum. Anders ist das, wenn von Mailand oder Paris, London und New York die Rede ist: Das glitzert und hat Stil, ist kreativ und flippig. Soweit das Klischee, an dem ja bisweilen auch ein Stück Wahrheit haftet. Doch auch die Deutschen können in Sachen Mode inzwischen mitreden. Berlin zeigt schon lange Ambitionen sich als Modestadt zu etablieren und lädt zweimal im Jahre zur "Fashion Week" ein. Vom 19.-22. Januar werden hier die Herbst- und Winterkollektionen 2011 gezeigt. Für viele Jung-Designer – und davon gibt es in der Hauptstadt nicht zuletzt aufgrund der insgesamt neun Modeschulen viele – ist die Fashion Week die Chance, ihre Kreationen zu präsentieren. Einer der Schwerpunkte liegt auch diesmal wieder auf "Eco Fashion" – Mode, die auf faire und biologische Produktion setzt, ohne dabei "öko" auszusehen.

Wenn West und Ost aufeinanderprallen…

Orientalismus-Ausstellung München - Jean Lecomte du Nouÿ, Der Traum des Eunuchen/The Dream of a Eunuch, 1874 Öl/Holz, oil on panel, 39,3 x 65,4 cm, Cleveland, The Cleveland Museum of Art, Seventy-fifth anniversary gift of Mrs. Noah L. Butkin

Orientalismus auf der Leinwand: Jean Lecomte du Nouÿ "Der Traum des Eunuchen" (1874)

So richtig angefangen hat es im Grunde mit Napoleon. Sein Ägyptenfeldzug, bei dem auch zahlreiche Forscher und Künstler mitreisten, löste in Europa eine wahre Ägyptenbegeisterung aus. In Texten und Bildern erzählten die mitgereisten Wissenschaftler von der faszinierenden Welt der Pharaonen und Pyramiden und auch in der Kunst machte sich ein neuer Orientalismus breit. Viele Künstler versuchten an die Originalschauplätze zu reisen, wer das nicht konnte, der half sich mit Fotografien und seiner eigenen Phantasie weiter. Was da so entstanden ist, das kann man sich ab dem 28. Januar (bis 1. Mai) in der Kunsthalle in München angucken. "Orientalismus in Europa: Von Delacroix bis Kandinsky " heißt die Ausstellung, für die der Kurator Roger Diederen rund 100 Leihgaben aus aller Welt zusammengetragen hat. Bilder, die zeigen, welche Klischees die westliche Welt hervorgebracht hat, und die ein ganz bestimmtes Bild des Orients – zum Teil bis heute – geprägt haben.

Die erste Kunstmesse im Internet

Der japanische Künstler Takashi Murakami in Los Angeles (Foto: AP)

Takashi Murakami aus Japan: auch seine Werke werden auf der virtuellen Messe ausgestellt

Im Internet kann man heutzutage ja fast alles tun: Einkaufen, Zeitung lesen, Videos gucken, telefonieren, Freunde treffen – und demnächst auch eine Kunstmesse besuchen. "VIP Art Fair" heißt ein Projekt, das vom 22. bis 30. Januar verwirklicht werden soll – eine virtuelle Kunstmesse, die ausschließlich im Netz stattfindet. Das mutet erst mal merkwürdig an, Kunst zu erfahren bedeutet in der Regel ja auch sie live zu erleben, doch die Idee wird von namenhaften Galerien unterstützt. Man trifft sich im Live-Chat oder via Skype oder lässt sich in sogenannten "Private Rooms" Werke ganz privat auf dem Bildschirm zeigen. Dass dies die tatsächliche Begegnung und das echte Erlebnis nicht ersetzen kann, ist den Machern klar. Doch sie erhoffen sich, dass auf diese Weise eine neue Plattform entsteht, auf der Sammler und Galeristen sich treffen können – auch wenn zwischen ihnen mehrere Flugstunden liegen.

Autorin: Petra Lambeck

Redaktion: Ramón García-Ziemsen

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