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Kultur

Der DW-Kulturkalender für Januar

Im Januar bieten die neuen Kulturhauptstädte Europas, Maribor und Guimarães, eine Menge Programm. Saarbrücken und Köln präsentieren Filmemacher, Designer und Götter. Und wer den Alten Fritz mag, der muss nach Potsdam …

Platz im Zentrum von Guimarães (Foto: Central de Informação Guimarães)

Verträumt und weltmännisch zugleich: Guimarães, die "Wiege Portugals"

Bereit für den Touristenansturm – Die Europäischen Kulturhauptstädte 2012

Szene aus dem Film 'Der Albaner' von Regisseur Johannes Faber (Foto: Filmfestival Max-Ophüls-Preis)

Leben zwischen den Kulturen: "Der Albaner" von Regisseur Johannes Faber

Bill Clinton, Arnold Schwarzenegger und der japanische Kaiser Akihito besitzen sie schon, eine Flasche "Blauer Kölner". Der Wein, der aus Trauben der ältesten Weinrebe der Welt gekeltert ist, kommt allerdings nicht aus Deutschland, sondern aus Maribor. Die zweitgrößte Stadt Sloweniens hat rund 170.000 Einwohner und ist ab Januar gemeinsam mit dem portugiesischen Guimarães Kulturhauptstadt Europas 2012. Dass sie mehr als teuren Wein zu bieten hat, will sie ab dem 13. Januar in zahlreichen Veranstaltungen zeigen – von Ausstellungen über Konzerte bis hin zu Theateraufführungen reicht das Programm.

Auch das verträumte portugiesische Universitätsstädtchen Guimarães am Fuße der Serra da Penha präsentiert sich weltmännisch. Ein reichhaltiges Kulturprogramm soll mehr als 1,5 Millionen Touristen in die Stadt locken, die sich auch gerne als "Wiege Portugals" bezeichnet. Schließlich ließ sich hier der erste portugiesische König die Krone aufsetzen. Außerdem brachte die Herzogin von Guimarães den Engländern das Teetrinken bei. Sie soll im 15. Jahrhundert adeligen englischen Hofdamen den Tee mit dem Satz "parat i" gebracht haben, was auf Portugiesisch "für dich" bedeutet. Daraus entstand in England das Wort "Tea". Die Anekdote muss nicht stimmen. Aber klar ist, dass ein Ort mit einer so schönen Geschichte den Titel "Kulturhauptstadt" verdient hat.

Die große Chance für den Filmnachwuchs

François Dumas 'Anemones' (Foto: Lothaire Hucki)

Schöner Schein: "Anemones" von Designer François Dumas

Er gilt nicht nur als einer der großen Regisseure des 20. Jahrhunderts, Max Ophüls hatte auch ein Herz für junge Nachwuchsfilmer. Kein Wunder, dass das Filmfestival in der Heimatstadt des deutsch-französischen Regisseurs nach ihm benannt ist. Seit 1980 versammelt sich der deutschsprachige Filmnachwuchs in Saarbrücken, um eine Auswahl von Kurz- und Langfilmen zu zeigen. Das Festival startete einmal mit rund 700 Zuschauern, heute kommen fast 40.000. Für manchen Filmemacher hat hier die große Karriere begonnen, etwa für Florian Henckel von Donnersmarck, der mit seinem Film "Das Leben der Anderen" international berühmt wurde. Beim letzten Max-Ophüls-Festival gewann Johannes Faber mit "Der Albaner". Der Streifen erzählt von der Reise eines Albaners nach Deutschland und seinem verzweifelten Kampf, die Mitgift für seine Liebe in Albanien aufzutreiben. Mit dem Leben zwischen den Kulturen, Migration und Integration beschäftigen sich heute immer mehr Nachwuchsfilmer.

Anfassen erwünscht

Antikensammlung, Staatliche Museen zu Berlin: Schlafender Eros mit Fackel. Erworben in Venedig, aus Sammlung Grimani (1841), 1. Jh. n. Chr., Marmor, Länge 0,51 m. (Foto: Staatliche Museen zu Berlin/Antikensammlung/Johannes Laurentius)

"Schlafender Eros mit Fackel": Der nackte, geflügelte Liebesgott ist müde vom Feiern ...

Hier wird nicht nur geschaut, sondern auch gefühlt. Anfassen, aufmachen und reinsetzen ist bei dieser Messe erlaubt. Zeitgleich mit dem Max-Ophüls-Festival findet vom 16. bis 22. Januar in Köln die Designveranstaltung "Passagen" statt. Sie eröffnet als Plattform für aktuelle Strömungen und Trends des Designs, Wohnens und Lifestyles die internationale Designsaison. Rund 45 Aussteller und über 190 Shows nationaler und internationaler Designer und Hersteller kommen nach Köln. Neben Kunstinstallationen, virtuellen Gärten oder digitalen Wandmalereien zeigen sie wieder skurril, humorvoll und überraschend gestaltete Sofas, Schränke oder Teppiche – eben alles, was das Wohnen aufregender machen könnte.

Die Rückkehr der Götter

Ein großer blauer Schriftzug 'Friederisiko' im Zentrum von Potsdam am Alten Markt (Foto: picture-alliance / ZB)

"Friederisiko": Potsdam feiert Friedrich II.

Wer sich von den Niederungen der irdischen Wohnkultur gerne in den Himmel entführen lassen möchte, sollte die Ausstellung "Rückkehr der Götter" im Kölner Römisch-Germanischen Museum nicht verpassen. Sie entführt ab dem 13. Januar in den Götterolymp. In der Schau begegnen die Besucher dem Blitze schleudernden Göttervater Zeus, der Liebesgöttin Aphrodite, dem "sorgenlösenden" Weingott Dionysos und vielen anderen Gottheiten zwischen Olymp und Hades. Die Marmorstatuen, seltenen Reliefs und bildreichen Luxusgefäße sind aus der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin an den Rhein gewandert – nach gefeierten Aufenthalten in Sao Paulo und Rio de Janeiro. Überhaupt liegen die Götter ganz im Trend. Schon im vergangenen Jahr gab es zahlreiche Ausstellungen, die sich mit der Welt der Mythen und Sagen beschäftigten.

Happy Birthday, Friedrich!

Förderturm der Zeche Zollverein in Essen (picture-alliance / Bildagentur Huber)

Eine von 36 Welterbestätten in Deutschland: die Zeche Zollverein in Essen

Er verstand sich als "erster Diener seines Staates" und zeigte sich gerne mit Dreispitz, Krückstock und Uniform. Tatsächlich hat der Alte Fritz in seinen 46 Regierungsjahren viel geleistet. Er führte berühmt-berüchtigte Kriege, war ein großer Bauherr, aufgeklärter Staatstheoretiker, feinsinniger Kunstmäzen und Komponist. Außerdem holte er der Deutschen liebstes Nahrungsmittel nach Preußen: die Kartoffel. Am 24. Januar ist es genau 300 Jahre her, dass der kleine Fritz an einem Sonntag das Licht der Welt erblickte. Die Stadt Potsdam feiert das mit einer großen Festnacht, die zugleich Auftakt einer ganzen Reihe von Ausstellungen, Konzerten, Tagungen und Theaterprojekten ist. Unter dem Titel "Auf Spurensuche in Potsdam" sollen die Veranstaltungen deutlich machen, wie stark der preußische König (1712-1786) die Landeshauptstadt Brandenburgs kulturell und städtebaulich geprägt hat.

Das Welterbe feiert sich selbst

Die berühmten Schlösser und Gärten in Potsdam gelten längst als Weltkulturerbe - und mit insgesamt 36 Welterbestätten gehört Deutschland zu den Spitzenreitern. Nur in drei anderen Staaten gibt es mehr Stätten, die in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurden. Der Liste liegt das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt zugrunde, das die Generalkonferenz vor 40 Jahren in Paris verabschiedete. 188 Staaten haben es mittlerweile unterzeichnet. Auf der Welterbeliste stehen 935 Denkmäler in 153 Ländern. Wenn das kein Grund zum Feiern ist: Am 30. Januar eröffnet die UNESCO ihr Jubiläumsjahr mit einem großen Fest in der UNESCO-Zentrale in Paris.

Autorin: Sabine Damaschke
Redaktion: Marlis Schaum 

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