1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Der DW-Kulturkalender für August

Es ist Sommer, es ist heiß. Nichts wie weg – an den Strand oder zu einem der zahlreichen Festivals, die den August versüßen! Denn Kultur macht keine Ferien, und wir raten deshalb zum Festival-Hopping.

Salzburger Festspiele

Salzburger Festspiele 2009: Jedermann, Ben Becker als Tod (© Clärchen Baus-Mattar & Matthias Baus)

Mysterium: Mit dem "Jedermann" werden die Salzburger Festspiele traditionell eröffnet.

Die Salzburger Festspiele rufen! Und alle kommen! Seit 1920 gibt es die "Internationalen Salzburger Festspiele". Fast dreißig Jahre lang wirkte dort der Komponist Herbert von Karajan, der maßgeblich zum Ruhm des Festivals beitrug. Zum 90. Jubiläum holt Intendant Jürgen Flimm zwei weibliche Stars zu den Salzburger Festspielen: die russische Operndiva Anna Netrebko tritt in diesem Jahr in einer Wiederaufnahme von "Romeo et Juliette" auf. Und die Schauspielerin Birgit Minichmayr debütiert im "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal. Diese Tragödie vom Sterben eines reichen Mannes eröffnet traditionell die Festspiele. Insgesamt stehen etwa 180 verschiedene Aufführungen vom 25. Juli bis 31. August 2010 auf dem Programm.


Schleswig-Holstein Musik Festival

Schleswig-Holstein Musikfestival: Affabre Concinui - The Polish Chamber Singers (Foto: Kanapee Künstlerbüro)

Klangkunst: Affabre Concinui - The Polish Chamber Singers sind zu Gast in Schleswig-Holstein.

In Schleswig-Holstein feiert eines der größten klassischen Musik Festivals sein 25. Jubiläum. Noch den gesamten August nimmt es Herrenhäuser, Scheunen und Kirchen, aber auch ungewöhnliche Orte wie Flughafen- oder Industriehallen in Beschlag. Am 15. August gibt es ein besonderes Schmankerl: Festivalgründer Justus Frantz und sein früherer Duopartner Christoph Eschenbach spielen gemeinsam Mozart. Der Länderschwerpunkt in diesem Jahr heißt Polen. Dazu passend gibt es nicht nur die im 19. Jahrhundert komponierte polnische Nationaloper "Halka" von Stanislaw Moniuszko zu hören, es treten auch hochkarätige Jazz-Pianisten und Kammerorchester in Schleswig-Holstein zum ersten Mal auf einer deutschen Bühne auf.


Kunstfest Weimar

Kunstfest Weimar, Eröffnungsfest 2009 (Foto: Maik Schuck)

Irrlichter: Alljährlich im Spätsommer lädt Weimar zum Kunstfest.

Am 20. August startet das "pèlerinages" Kunstfest Weimar. Pèlerinages bedeutet Pilgerfahrten, denn Kunst ist immer unterwegs, auf dem Weg zu etwas Neuem. Nike Wagner, eine Urenkelin von Richard Wagner, gründete das Festival 2004 bewusst abseits der großen Zentren. Mittlerweile hat es sich einen festen Platz innerhalb der spätsommerlichen Festspiellandschaft erobert. Im dreiwöchigen Programm dominiert – wie bei den Festspielen in Salzburg oder Luzern – die Musik. Doch es unterscheidet sich von der Konkurrenz durch die Einbeziehung aller künstlerischen Sparten. In diesem Jahr lautet das Motto: "Irrlichter" – nach einem Klavierstück von Franz Liszt, dem Hausheiligen des Kunstfests Weimar. Es zieht sich durch Filme und Literatur. Außerdem wird am 28. August in Weimar die Goethe-Medaille verliehen. Sie geht an Menschen, die sich in besonderem Maße für die deutsche Sprache und internationale Kulturbeziehungen engagieren. In diesem Jahr erhalten sie die ungarische Philosophin Ágnes Heller, der Übersetzer Fuad Rifka und der amerikanische Exilforscher John M. Spalek.


Film-Festival Locarno

Filmstill aus Ninotschka, USA 1939, Regie: Ernst Lubitsch, Szene mit Melvyn Douglas und Greta Garbo (Foto: picture-alliance)

Lustspiel: "Ninotschka" ist im Rahmen der Lubitsch-Retrospektive in Locarno zu sehen.

In Locarno kommt Ferienlaune auf. Das Schweizer Filmfestival am Lago Maggiore ist ein Treffpunkt der Vielsprachigkeit und zieht italienische, deutsche und französische Cineasten an. Es steht weniger für Glamour, dafür aber für großartige Retrospektiven zu Meilensteinen des Kinos. In diesem Jahr dreht sich alles um Ernst Lubitsch. Lubitsch war ein deutsch-amerikanischer Schauspieler und Filmemacher. Er wanderte in den 1920er Jahren nach Hollywood aus. Bekannt sind insbesondere Filme wie die Nazi-Parodie "Sein oder Nichtsein" und der Musikfilm "Die lustige Witwe". Unser Tipp: der Festival-Hopper kann tagsüber im Seewasser baden und abends mit gekühltem Kopf Filme gucken.


Architekturbiennale Venedig

Biennale Venedig, Deutscher Pavillon, Visualisierung Spiegelkabinett (Foto: Die Walverwandtschaften München, Zürich, Boston)

Sehnsucht: Visualisierung des Spiegelkabinetts im Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig

In diesem Jahr zeigen sich auf der Architekturbiennale in Venedig vom 29. August bis zum 21. November wieder die Besten der besten Architekten und Städteplaner. Ein Münchner Büro gestaltet den Deutschen Pavillon auf der 12. Architekturbiennale. Cordula Rau, Ole W. Fischer und Eberhard Tröger vom Büro walVERWANDTSCHAFTEN wollen mit ihrem Konzept "Sehnsucht" die "emotionalen, intimen und sinnlichen" Aspekte von Architektur präsentieren. Bauwerke, in denen sich kollektive Sehnsüchte spiegeln. Als wäre Venedig nicht schon Sehnsuchtsort genug, gibt es in der Ausstellung im deutschen Pavillon ein dreidimensionales Porträt zeitgenössischer deutscher Architektur zu sehen, zwischen historischen Bauformen und zeitgenössischen Bauten.


Deutscher Wandertag

Deutscher Wandertag: Schuhe eines Wanderers stehen auf einer Bergwiese (Foto: dpa)

Wanderlust: Schuhe schnüren, Rucksack packen, ab in die Natur!

Das Wandern ist des Müllers Lust. So heißt es in einem bekannten deutschen Volkslied. Ob es sich dabei um eine typisch deutsche Eigenart handelt, darüber streiten sich die Geister. Fest steht: wandern ist in! Ob als ausgedehnter Familien-Spaziergang oder als Sport. Die Möglichkeiten dazu sind in Deutschland vielfältig: Gebirgslandschaften, Wattenmeer, Wälder und Seen können auf Schusters Rappen entdeckt werden. Der Schwierigkeitsgrad der Wanderung ist dabei Konditions- und Geschmackssache. Vom 5. bis 9. August kann man wieder viele stramme Waden bestaunen. Denn dann ist der Deutsche Wandertag 2010.


Autorin: Sabine Oelze
Redaktion: Ramón García-Ziemsen

WWW-Links