″Der Druck ist weg!″ | Musik | DW | 06.03.2014
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Musik

"Der Druck ist weg!"

Die neuseeländische Opernsängerin Kiri Te Kanawa, von der Queen zur "Dame" geadelt, zählt zu den weltweit besten Mozart-Interpreten. Inzwischen widmet sie sich dem Nachwuchs.

Mit "O mio babbino caro" aus Giacomo Puccinis Oper "Gianni Schicchi" wurde Kiri Te Kanawa über Nacht weltberühmt - dank des Films "Zimmer mit Aussicht", für dessen Soundtrack sie die verwendeten Opernarien aufgenommen hatte.

Kiri Te Kanawa, am 6. März 1944 in Neuseeland als Tochter eines Maori und einer Europäerin geboren, wollte zunächst ins Schlagerfach. "Weil Schlager leichter zu singen sind", bekannte sie damals. Nach Wettbewerbserfolgen in Neuseeland und Australien begann sie 1966 ein Gesangsstudium in London. Am dortigen Royal Opera House gelang ihr der internationale Durchbruch 1971 in Mozarts "Die Hochzeit des Figaro". Dirigent Sir Colin Davis: "Ich traute meinen Ohren nicht. Ich habe tausende Proben gemacht, doch ihre Stimme war so fantastisch schön, dass ich sagte: ‘Lasst sie uns noch einmal hören. Ich will sicher gehen, nicht zu träumen'".

Ein Schwarz-Weiß-Foto zeigt Sopranistin Kiri Te Kanawa als Micaela am 1. Juni 1974 mit Jean Bonhomme als Don Jose in der Inszenierung von Bizets Carmen am Royal Opera House in London. (Foto: Graham Wood/Evening Standard/ Getty Images)

Die Diva als Micaela in London 1974

"Der Zug setzte sich in Bewegung und hielt nicht wieder an", erzählt die Primadonna aus Neuseeland. Sie feierte große Erfolge als Marschallin im "Rosenkavalier", Desdemona in "Otello", Mimi in "La Bohème", Micaela in "Carmen" und Maria in "Westside Story". "Die Musik von Mozart und Strauss scheint wie geschaffen für meine Stimme", sagt sie über ihre beiden Lieblingskomponisten.

Im August 2009 verkündete sie das Ende ihrer Opernkarriere, gab ihre letzte Vorstellung am 17. April 2010 als Marschallin im "Rosenkavalier" von Richard Strauss im Opernhaus Köln. "Ich sollte nicht von Bedauern sprechen. Erleichterung, ja. Der Druck ist weg! Es ist ein Beruf, der viel Kraft kostet. Die Erwartungen sind riesig, mehr als man manchmal erfüllen kann. Wenn man Sportler oder Ballerinen sieht - die hören mit 35 auf. Und ich bin 70 - und immer noch da."

Heute widmet sich Kiri Te Kanawa besonders dem Sängernachwuchs. Sie gibt regelmäßig Meisterkurse und hat eine Stiftung zur Förderung junger Musiker gegründet. "Wir wollen die jungen Künstler vor allem beim Übergang vom Studium zum Berufsleben unterstützen. Der Beginn ist besonders hart. Ich verstehe mich als ständige Begleiterin, wir betreuen die Sänger durchgehend.“