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Aktuell Welt

Der "Drache" ist zurück

Nach dreiwöchiger Mission ist der US-Raumtransporter "Dragon" auf die Erde zurückgekehrt. Zum ersten Mal setzte die Nasa einen privaten Frachter für einen Versorgungsflug ein. Ein neues Raumfahrtkapitel wurde eröffnet.

Bis auf den Ausfall eines der neun Triebwerke der ersten Stufe der "Falcon 9"-Trägerrakete, der glücklicherweise folgenlos blieb, verlief die Mission des unbemannten Raumtransporters perfekt. Es war der erste kommerzielle Einsatz mit dem Auftrag, die Internationale Raumstation ISS mit Material zu versorgen.

Der private Frachter der kalifornischen Firma SpaceX hatte am 10. Oktober 400 Kilogramm Nachschub zur ISS gebracht. Auf dem Rückweg hatte er 760 Kilogramm biologische Muster, darunter 384 Urin- und 112 Blutproben von ISS-Astronauten, sowie ausrangierte Technik an Bord. Diese soll nun auf Materialermüdung und Verschleißerscheinungen untersucht werden, um Schlussfolgerungen für die Zukunft zu ziehen.

Weitere Missionen vorgesehen

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Rückblick: Der "Dragon"-Start

Die Weltraumbehörde Nasa hat sich nach dem Ende des Shuttle-Programms im Sommer 2011 aus Kostengründen von der erdnahen Raumfahrt zurückgezogen und konzentriert sich auf Missionen zum Mond, zum Mars und darüber hinaus. "Dragon" ist damit nun das einzige Raumschiff, das in nennenswertem Umfang Forschungsergebnisse und andere Nutzlasten von der ISS zurückführen kann. Die russischen, europäischen und japanischen Frachter sind Ein-Weg-Systeme, und die bemannten "Sojus"-Kapseln haben räumlich wie gewichtsmäßig nur sehr begrenzte Möglichkeiten dafür.

Der 20-Tage-Flug war die erste von zwölf "Dragon"-Versorgungsmissionen, die von der Nasa mit 1,6 Milliarden Dollar gefördert werden. Die nächste soll schon Anfang 2013 starten. Eine bemannte Version der Kapsel soll 2017 verfügbar sein. Inzwischen steht auch ein Konkurrenzmodell der Orbital Sciences Corp vor dem Testflug.

Russland unter Zugzwang

Die Vorreiterrolle der USA in der kommerziellen Raumfahrt bringt Russland in Zugzwang. Auch hier mehren sich die Forderungen, private Investitionen in der bislang streng staatlich kontrollierten Branche zuzulassen, die sich in einer Krise befindet und deshalb durch neue Strukturen auf Effektivität getrimmt werden soll.

Der Chef der Raumfahrtagentur Roskosmos, Wladimir Popowkin, erklärte sich bereit, "die unteren Etagen" der Produktionsketten der Raumfahrtindustrie, die sich mit Zulieferungen, dem Betrieb der Kosmodrome und kosmischen Dienstleistungen befassen, in private Hände zu geben.

GD/se (dapd, afp, dpa)

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