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Kultur

Der "Discovery"-Countdown läuft

Die US-Raumfähre Discovery wird wohl wie geplant starten. Bislang scheint das Wetter mitzuspielen und auch falls wieder ein Treibstoffsensor ausfallen sollte, wird die NASA den Flug diesmal nicht verschieben.

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Jetzt darf es nicht mehr regnen

BdT: Start der Discovery verschoben

Die Crew nach dem verschobenen Start

Das Risiko eines Countdown-Stopps wegen schlechten Wetters liege nur noch bei 20 Prozent, teilte eine Sprecherin der US-Raumfahrtbehörde am Dienstag (26.7.2005) mit. Am Montag hatte die Wahrscheinlichkeit einer Verschiebung noch bei 40 Prozent gelegen. Für den um 16.39 Uhr MESZ angesetzten Start benötigt die NASA eine gute Sicht, um den Aufstieg des Space Shuttle zu beobachten. Außerdem darf es in einem Umkreis von rund 40 Kilometern um die Startrampe nicht bewölkt sein oder regnen, damit die Raumfähre bei einem Start-Zwischenfall sicher notlanden kann.

Technische Probleme

Columbia verbrennt

Die Columbia verglüht am 1. Februar 2003 über Texas

Ein erster Startversuch am 13. Juli war knapp zweieinhalb Stunden vor dem Abheben wegen eines defekten Treibstoffsensors abgebrochen worden. Am vergangenen Sonntag deutete der NASA-Direktor Michael Griffin an, dass unter stark eingegrenzten Bedingungen eine Ausnahmeregelung für den Start mit einem fehlerhaften Sensor am Außentank erwirkt werden könnte. Das sei kein Sicherheitsrisiko für den Flug, sagte Griffin.

Zweieinhalb Jahre nachdem die "Columbia" beim Landeanflug auseinander gebrochen war, soll die "Discovery" zu einem zwölftägigen Flug zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen. Nach Beginn des Countdowns am Samstagmittag gaben die führenden NASA-Manager am Sonntag noch einmal grünes Licht für den Start. Sorgen bereiten weiterhin die vier Sensoren am Außentank.

"Unerklärliche Anomalie"

Nach dem Abbruch der Startvorbereitungen am 13. Juli haben NASA-Techniker mehr als 300 mögliche Fehlerquellen beseitigt. Die vier Sensoren am Boden des Außentanks senden Signale zum Abschalten der drei Raketentriebwerke, wenn der Wasserstoffvorrat zur Neige geht. Damit soll eine Explosion verhindert werden. Bei den Startvorbereitungen am 13. Juli zeigte Sensor 2 den Füllstand falsch an.

73 Sekunden vor der Explosion

Die Raumfähre "Challenger" kurz vor ihrer Explosion 1986

Die NASA-Techniker haben die "unerklärliche Anomalie" inzwischen auf zwei mögliche Problemfälle eingegrenzt. Sollte wieder der betreffende Sensor 2 oder aber der Sensor 4 falsch anzeigen, will die NASA mit einer Ausnahmegenehmigung starten. Das Problem deutet dann auf einen Fehler im Sensor 2 oder aber auf Interferenzen durch Kabel bei Sensor 4 hin. "Sollte irgendetwas anderes geschehen, stoppen wir", sagte Wayne Hale vom NASA-Space-Shuttle-Programm.

Mom führt das Kommando

Seit dem Unglück der Raumfähre "Challenger" im Jahr 1986 sah die NASA drei funktionierende Sensoren als ausreichend an. Zuvor waren es sogar nur zwei gewesen. Nach der "Columbia"-Tragödie wurden die Sicherheitsvorschriften verschärft und vier funktionstüchtige Sensoren als Regelung eingeführt. "Ich glaube, wir kämpfen ein bisschen mit den Geistern der 'Columbia'", sagte Hale.

Die Crew der Discovery besteht aus zwei Frauen und fünf Männern. Das Kommando führt Eileen Collins (48), eine erfahrene Air-Force-Pilotin, die schon dreimal im Weltraum war. Ihre Kollegen rufen sie Mom, weil sie sich wie eine Glucke um ihre Crew kümmert. Sie ist mit einem Piloten verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von neun und vier Jahren. (stu)

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