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Musik

Der Dirigent Kurt Masur: eigenwillig, politisch, brilliant

Masurs Konzertauftritte sind ein Erlebnis der Extraklasse. Am 10. September wird der Maestro im Rahmen des Beethovenfestes mit dem Wilhelm-Furtwängler-Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Kurt Masur bei einer Probe im Leipziger Gewandhaus am 10. Oktober 2001

Kurt Masur bei einer Probe im Leipziger Gewandhaus am 10. Oktober 2001

Konzentriert, in ständigem Blickkontakt mit den Musikern und mit sparsamer Gestik steht Kurt Masur am Dirigentenpult: Aus jeder seiner Bewegungen spricht Hochspannung, Elan und absolute Begeisterung für die Musik. Seit 40 Jahren gehört der Dirigent zu den weltweit bedeutendsten Orchesterchefs. Wer ihn im Konzert beispielsweise mit einer Beethoven-Sinfonie erlebt hat, kann sich kaum vorstellen, dass der Maestro bereits 81 Jahre alt ist.

1927 im schlesischen Brieg geboren, studierte Masur in Leipzig Musik und Dirigieren, brach das Studium aber vorzeitig ab. Danach sammelte er an verschiedenen Bühnen in der damaligen DDR wie in Halle, Erfurt, Schwerin und an der Komischen Oper in Ost-Berlin als Korrepetitor und Dirigent erste Erfahrungen. 1967 übernahm der 40-Jährige die Leitung der Dresdner Philharmoniker. Drei Jahre später kehrte er nach Leipzig zurück, das nun zu seiner bedeutendsten Wirkungsstätte werden sollte.

Erschaffer des Gewandhausklangs

Der Musikdirektor des New York Philharmonic Orchestra

Als Musikdirektor des New York Philharmonic Orchestra

Als Leipziger Gewandhaus-Kapellmeister feierte Kurt Masur nach 1970 internationale Erfolge und galt rasch als bedeutendster Dirigent der DDR. Bis 1997 gab er mit dem Gewandhausorchester auf zahlreichen internationalen Tourneen mehr als 900 Konzerte.

Auch engagierte sich der überaus beliebte Orchesterchef politisch. Als Ende 1989 die Leipziger Montagsdemonstrationen in der DDR aufkamen, rief er zusammen mit anderen prominenten Leipzigern zu Besonnenheit und zum friedlichen Dialog auf - und wandte sich damit auch an die Staatsgewalt.

Eine atemberaubende Biografie

1991 übernahm Masur die Leitung des New York Philharmonic Orchestra, die er bis 2002 innehatte. In dieser Zeit entwickelte er eine spezielle Programmstruktur, die nicht nur bei den New Yorkern, sondern im gesamten Land außerordentlich gut an kam. Das Geheimrezept entdeckte er auf einsamen Spaziergängen im Big apple, bei denen er feststellte, dass New York voller einsamer Menschen sei. "Da habe ich beschlossen, meine Programmgestaltung so zu machen, dass jeder, der in das Konzert kommt, irgendeinen Grund hat zu sagen: Ich hab mich zu Hause gefühlt."

In der Nachfolge von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Wilhelm Furtwängler als Gewandhauskapellmeister

In der Nachfolge von Felix Mendelssohn Bartholdy und Wilhelm Furtwängler als Gewandhauskapellmeister

Mittlerweile hat Masur seinen Arbeitsplatz vom Hudson River an die Seine verlegt und leitet das "Orchestre National de France". Hin und wieder spielt der Dirigent mit dem Gedanken, sich ins Privatleben zurück zu ziehen. Doch zur Zeit ist sein Terminkalender noch voll. Zurückschrauben will Kurt Masur nur langsam: "Wenn ich morgen aufhöre, werden Sie meine Todesanzeige sicher bald lesen, denn Musik gehört zu meinem Leben und ist mein Lebenselixier."

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