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Fußball

Der "Dino" HSV ist 125

Nicht nur die Bundesliga feiert in der aktuellen Saison ein Jubiläum – auch ihr einziges Gründungsmitglied, das in den 50 Jahren immer dabei war: Der Hamburger Sport-Verein ist 125 Jahre alt.

29. September 1887 – das war die Geburtsstunde des Hamburger Sport-Vereins, des Dinos der Bundesliga mit der Raute. Auch wenn der HSV zumeist in weißen Trikots und roten Hosen spielt, in den Farben der Hansestadt, so sind die Clubfarben doch blau, weiß und schwarz. Sie stammen von einem der drei Gründungsmitglieder, dem SC Germania. Die Raute ist ein Symbol der Handelsschifffahrt, die in der Elbmetropole eine große Rolle spielt. Auch der Fußball wurde über den Seeweg "importiert" – britische Seeleute brachten das Spiel in die Hafenstadt. Wie wichtig dieser Sport für den Verein werden sollte, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand.

Hamburgs Idol Uwe Seeler in Aktion

Fast 20 Jahre ging Uwe Seeler für "seinen" HSV auf Torejagd – stets mit vollem Einsatz

Kein anderer Verein schaffte es von der Gründung der Bundesliga bis heute, durchgängig in Deutschlands Eliteliga zu verbleiben – nur der HSV. Doch ausgerechnet in ihrem Jubiläumsjahr standen die Hamburger kurz vor dem Abstieg – und handelten sich in der vergangenen Saison tadelnde Worte des HSV-Urgesteins Uwe Seeler ein. "Ich glaube schon, dass man die Mechanismen der Bundesliga bei uns ein bisschen unterschätzt hat", mahnte das Idol. "Wir haben Probleme und werden bis zum Schluss unten drin sein. Ich kann nur hoffen – weil das sonst eine Katastrophe gibt in Hamburg, das ist einfach so – dass der HSV nicht absteigt."

Van der Vaart als Heilsbringer

Auch die aktuelle Saison begann alles andere als rosig – drei Spiele, drei Niederlagen, der "Dino" wackelte. Sponsoren wünschten sich einen alten Bekannten als Heilsbringer herbei – und so wurde mit viel Geld und einigen Querelen der niederländische Star Rafael van der Vaart zurückgeholt. "Wir haben schon drei Jahre hier gelebt. Wir lieben die Stadt und die Leute lieben uns. So etwas ist immer gut", sagte er nach seiner Rückkehr in die Hansestadt. Natürlich sei Druck da. Das gehöre dazu, damit müsse er leben. "Das einzige, was ich machen kann, ist versuchen gut zu spielen und der Mannschaft zu helfen. Und dann gucken wir, ob das am Ende reicht."

Hamburgs Rafael van der Vaart jubelt über einen Treffer. (Foto: dpa)

Rafael van der Vaart soll dem HSV zu neuem alten Glanz verhelfen

Es half. Mit van der Vaart gelang die Wende und der erste Saisonsieg am 4. Spieltag ausgerechnet über den seit zuvor 31 Ligaspielen nicht bezwungenen deutschen Meister Borussia Dortmund. HSV-Trainer Torsten Fink hatte so etwas vor dem 3:2-Erfolg durchaus für möglich gehalten: "Dortmund ist ja auch irgendwann mal dran, ein Spiel zu verlieren", hatte er erklärt. "Das wäre natürlich toll, wenn wir die Serie unterbrechen könnten. So können wir den eigenen Vereinsrekord aufrechterhalten."

HSV holte zwei internationale Titel

Die eigene Erfolgsserie hatte übrigens saisonübergreifend 36 Spiele ohne Pleite gehalten, das war in den sowieso erfolgreichen Jahren 1982/83. So mancher HSV-Fan träumt noch heute vom 24. Mai 1983: Im Finale schlugen die Hamburger durch das Tor von Felix Magath Juventus Turin mit 1:0 und gewannen den Europapokal der Landesmeister. Das war der größte Triumph der Vereinsgeschichte, nachdem man 1977 den Europapokal der Pokalsieger geholt hatte. Auch für den damaligen HSV-Trainer Ernst Happel war der Titel 1983 nach zwei gewonnenen deutschen Meisterschaften der Karrierehöhepunkt. Als er dann auch noch vier Jahre später den DFB-Pokal holte, wurde der kauzige Trainer endgültig zum erfolgreichsten Coach der Hamburger. Happel war für seine merkwürdigen Regeln und kuriosen Interviews berühmt. So erklärte er einst todernst, er hätte seinen Spielern kein Rauchverbot verordnet. "Ich will nur niemanden rauchen sehen."

Die HSV-Bundesliga-Uhr im Stadion. (Foto: dpa)

Die HSV-Bundesliga-Uhr im Stadion: Nach dieser Saison soll die "50" stehen!

Es waren die beiden letzten großen Titel für den HSV, der insgesamt sechsmal deutscher Meister wurde und dreimal den DFB-Pokal gewann. Den ersten Meistertitel holten sich die Hamburger 1923. Spieler wie Uwe Seeler, Kevin Keegan, Felix Magath, Horst Hrubesch und Manfred Kaltz prägten den Verein. Über 40 Trainer, darunter Günter Mahlmann, Georg Knöpfle und Branco Zebec, drückten dem HSV ihren Stempel auf. Sie alle sorgten dafür, dass sich der HSV seit 125 Jahren immer weiterentwickelt hat. Und hoffentlich bald seit 50 Jahren – die sekundengenaue Zeit tickt im Stadion und auf der Internetseite mit – ununterbrochen in der Bundesliga spielt. Herzlichen Glückwunsch, HSV!

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