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Der, die und das Letzte

Zuletzt viel gelacht, aber nicht zum letzten Mal? Bis aufs Letzte völlig verausgabt und doch als Letzter ins Ziel gekommen? Das letzte Hemd gegeben, obwohl es Taschen hatte? Das ist nicht unser letztes Wort zu „letzt“.

„Lassen Sie mich also zum Schluss kommen“. Endet jemand so, dann war's das, dann kommt da nichts mehr – nur noch das Schlusswort. Auch wenn es manchem Redner schwerfällt. Das ist verständlich, denn viele wollen ja gern das letzte Wort haben. Allerdings, wenn es gefallen ist, das letzte Wort, dann muss es auch gut sein.

Die Letzten und die Ersten

Der Wettlauf des Hasen und des Igel: Der Igel wartet im Ziel auf den völlig erschöpten Hasen

Die vermutlich Letzten sind die Ersten – wie in dem Märchen vom Hasen und vom Igel

Sicher: Es ist nicht schön, die oder der Letzte zu sein, das Schlusslicht. Obwohl man sein Letztes gegeben hat, sich bis aufs Letzte völlig verausgabt hat, überquert man als Letzter die Ziellinie. Und den Letzten – so heißt es bekanntlich – beißen die Hunde. Das schwächste Beutetier bleibt auf der Flucht zurück und wird ein leichtes Opfer für die Verfolger.

Manchmal allerdings kann es vorkommen, dass die Letzten die Ersten sind. Wer sich sicher ist, der Erste zu sein, muss sich denen geschlagen geben, die durch Klugheit nicht die Letzten, sondern die Ersten sind.

Das Allerletzte

Schwer vorstellbar, aber noch schlimmer als die oder der Letzte zu sein, ist es das Letzte zu sein. Mit dem Satz „Du bist ja echt das Allerletzte“ wird eine Person zu einem Gegenstand, zu einem unwesentlichen und bedeutungslosen Ding. Eigentlich ist ein solches Verhalten das Letzte, das Allerletzte sogar, weil es verletzend ist.

Es sei denn, der als „das Letzte“ Beschimpfte hat den anderen mit irgendetwas zum Äußersten getrieben, zum Letzten. „Das Letzte“ – es ist immer ein Extrem. Eine Verstärkung erfährt es nur durch „das Allerletzte“.

Mit den letzten Hemden ist das so eine Sache

Zwei Männer in Hawaiihemden

Für manchen sind sie der letzte Schrei: Hawaiihemden

Mancher würde für andere alles geben, was er besitzt, sogar sein letztes Hemd. Denn wie sagt der Volksmund: Das letzte Hemd hat keine Taschen. Schlug das letzte Stündlein und wurde man zur letzten Ruhe gebettet, nimmt man nichts mehr mit auf dem langen Weg bis in den Himmel, wo eventuell das Letzte Gericht auf einen wartet. Mit einer Ausnahme: Das trägt man nach dem Lebensende, wenn einem die sogenannte letzte Ehre erwiesen wird. Die Rede ist vom Leichenhemd.

Es gibt sicher schönere Hemden als diese, beispielsweise sehr modische Hemden. Manches ist sogar der letzte Schrei. Es ist absolut modern, voll im Trend oder sogar noch vor dem Trend. Dieses Hemd ist dann das Äußerste dessen, was gerade noch so eben tragbar erscheint. Manch mutiger Hemdenträger muss jedoch verstimmt einsehen: „Das war das erste und letzte Mal, dass ich dieses Hemd angezogen habe. Nie wieder!“ Das sagt er, weil ihn die Freundin ausgelacht hat.

Letzte Worte

Mehrere Künstler stehen auf einer Theaterbühne mit geschlossenem Bühnenvorhang hinter sich

Der letzte Vorhang ist gefallen

Den Zusatz „Das ist mein letztes Wort“, meint er aber nicht so. Es ist allenfalls sein letztes Wort in der Hemdenfrage, aber nicht insgesamt. Hoffentlich. Sonst wäre er jetzt tot. Sowieso kommt das Ende immer schneller als man denkt, nicht nur das eigene oder das von anderen, sondern auch im Theater. Dort, wo die Schauspieler auf der Bühne warten, bis der letzte Vorhang fällt. Eine letzte Verbeugung, ein letzter Applaus. Dann ist Feierabend.

Und was kommt zu guter Letzt? Der Abschied. Das ist im Frühneuhochdeutschen die Bedeutung von „Letzt“. Auch ein Schlusswort bedeutet einen Abschied. Dieses will gut überlegt sein. Der Autor feilt an seinen Sätzen, setzt seine Worte, rundet die Aussagen, überprüft und irgendwann legt er letzte Hand an. Nur weiß man, wann man aufhören muss, wann etwas final ist?

Gibt es ein letztes Mal?

Der Schriftsteller Kurt Tucholsky sagt: Nein. „Finales gibt es ja doch nur in den Opern. Man steigt aus und weiß nicht, dass es das letzte Mal gewesen sein soll. Zum letzten Mal in seinem Leben Sauerkraut gegessen. Zum letzten Mal telefoniert. Zum letzten Mal geliebt. Zum letzten Mal Goethe gelesen. Vielleicht lange Jahre vor dem Tode. Und man weiß es nicht.“




Fragen zum Text

Wenn der letzte Vorhang fällt, …
1. wird jemandem die letzte Ehre erwiesen.
2. ist ein Bühnenvorhang von der Decke gefallen.
3. ist etwas beendet.

Sagt jemand redensartlich: „Das ist mein letztes Wort“, drückt sie/er damit aus, dass …
1. sie/er damit rechnet, zu sterben.
2. sie/er nicht mehr reden will.
3. ihre/seine Entscheidung unumkehrbar ist.

Ist jemand sehr verärgert über eine andere Person, kann sie/er sagen: …
1. „Du wirst zur letzten Ruhe gebettet!“
2. „Du bist der letzte Schrei!“
3. „Du bist wirklich das Allerletzte!“


Arbeitsauftrag
Schau dir den Beispielsatz an. Bilde analog eigene Sätze, in die du die folgenden Begriffe oder Redewendungen richtig einsetzt.

sein Letztes gebendas letzte Wort sprechendas erste und das letzte Maldas letzte Hemd hat keine Taschendas Letztezuletzt

Beispielsatz: Hanne und Anna laufen um die Wette. Hanne ruft lachend: „Anne, beeile dich. Du weißt doch, dass den letzten die Hunde beißen.“

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