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Asien

Der deutsche Maschinenbau schwächelt auch wegen China

Die Staatsschuldenkrise in Europa hat die Paradebranche der deutschen Wirtschaft erfasst. Der Maschinenbau steht vor einem Jahr mit Nullwachstum. Weniger Nachfrage aus China macht den Unternehmen zusätzlich zu schaffen.

2009 hatte die Wirtschaftskrise den deutschen Maschinenbau voll erwischt. Der Auftragseingang ging bis zu 40 Prozent zurück. Jedoch konnte sich die Branche rasch erholen. Für 2011 war eine Produktionssteigerung von 14 Prozent vorausgesagt. Erreicht wurden immerhin zwölf Prozent. Das Volumen stieg um 24 Milliarden auf 187 Milliarden Euro.

Auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt musste der Branchenverband VDMA nun auch seine Wachstumsprognose für 2012 korrigieren: "Basierend auf der jüngsten Entwicklung des Auftragseingangs, der weiteren Unsicherheiten insbesondere in Europa, aber auch im Hinblick auf eine abflachende Konjunktur in China haben wir die Produktionsprognose für 2012 von plus vier Prozent auf null Prozent Wachstum revidiert", sagte Verbandspräsident Thomas Lindner. Der Handel mit China spielt für den deutschen Export eine immer größere Rolle. Weniger Aufträge aus China treffen den deutschen Maschinenbau empfindlicher als früher.China ist seit einigen Jahren der größte Exportmarkt des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Mehr als 13 Prozent der gesamten deutschen Maschinenausfuhr geht in das Reich der Mitte, insgesamt etwa 19 Milliarden Euro.

Zudem treten chinesische Unternehmen zunehmend als Konkurrenten für die deutschen Anlagenbauer auf. "Wir beobachten schon seit einigen Jahren, dass die VR China zu einem immer stärkeren Wettbewerber heranwächst", sagt Olaf Wortmann, der Konjunkturexperte des VDMA. Doch noch gilt der Technologievorsprung deutscher Unternehmen als unangefochten .

Der chinesische Maschinenbauer SANY produziert seit 2011 in Bedburg bei Köln. (Foto: DW/Bölinger)

Der chinesische Maschinenbauer SANY produziert seit 2011 in Bedburg bei Köln.

Wenn sich nun die Konjunktur in China abschwächt, bedeutet das noch keinen Einbruch für den deutschen Maschinenbau. "Es bedeutet lediglich, dass wir vielleicht in diesem Jahr geringere Wachstumsrate bei unseren Exporten nach China haben", so Wortmann. Er rechnet für 2012 mit einer einstelligen oder geringen zweistelligen Wachstumsrate. 2011 hatte der Export nach China um 23 Prozent zugenommen.

Autorin: Phyllis Kuhn (dpa, Reuters)

Redaktion: Hao Gui/zdh