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Bücher

Der deutsche Buchmarkt 2008

Im wahren Leben hat das Jahr zwölf Monate, im Leben von Verlegern und Buchhändlern spielen aber drei davon eine ganz besondere Rolle. Und diese beginnen im Oktober - mit der Frankfurter Buchmesse.

Symbolbild Bücherstapel (Foto: AP)

Die Frankfurter Buchmesse - Beginn der wichtigsten Phase für Buchhändler

Mit der Frankfurter Buchmesse (14.-19.10.2008) wird traditionell der Startschuss gegeben für das Weihnachtsgeschäft, in dem so mancher Verlag mehr als die Hälfte seines Jahresumsatzes erwirtschaftet. "Für den Buchhandel ist das Bücherjahr gerade erst im Kommen, denn wie wir wissen sind die drei Monate vor Weihnachten das Entscheidende, was das Wirtschaftliche angeht, auch was die wichtige Herbstproduktion angeht", sagt Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, dem Dachverband der Verleger in Deutschland. Derzeit wird im Buchhandel ein Zuwachs verzeichnet, ein Trend, der bereits seit drei Jahren zu beobachten ist. Davor stagnierte das Geschäft jedoch, deshalb sind die Büchermacher optimistisch und hoffnungsfroh gestimmt, denn es werden mehr Bücher verkauft als bisher.

Ungewisse Tendenz

Honnefelders optimistische Einschätzung wird in der Branche weitgehend geteilt. Wobei die monatlichen Statistiken in der Regel aber nur geringfügige Sprünge nach oben aufwiesen. Insgesamt steht das Plus bei rund einem Prozent. Anders als in den USA und in Großbritannien hat auch die Finanzkrise den deutschen Buchmarkt noch nicht erreicht – das kann aber noch kommen, meint der Frankfurter Verleger Volkhard Brandes: "Soweit ich das beurteilen kann, war es eine Geschäftsentwicklung, die mehr oder weniger den Jahren davor entsprochen hat." Es gebe also keine Sprünge nach oben, aber auch keine nach unten. Man müsse natürlich die weitere Entwicklung abwarten und beobachten, wie weit sich die Rahmendaten, sprich die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise, in der Kaufkraft der Bevölkerung niederschlagen und inwiefern der Kunde im Einkauf des Buchhandels vorsichtiger wird. Aber der Trend hinsichtlich dessen wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen.

Gottfried Honnefelder - Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels (Foto: AP)

Gottfried Honnefelder - Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

Für die kleineren Verlage wird das Geschäft aber immer schwieriger: Die Konzentration im Buchhandel schreitet voran, die großen Ketten sind für viele kleine Verlage kaum zugänglich. Diese Entwicklung beobachtet Brandes nach eigener Aussage schon seit Jahren.

Der traditionelle Sortimentsbuchhandel ist nur noch begrenzt vorhanden, unwahrscheinlich viele Buchhandlungen sind verschwunden, andere wurden aufgekauft und sind heute Teil der großen Ketten. Ein Direktverkauf für Verlage einer gewissen Größenordnung sei in aller Regel nur in den traditionellen Sortimentsbuchhandel möglich, jedoch nicht in den Ketten. Die Ketten haben eine Einkaufspolitik, aus denen kleine Verlage, von den Kundenbestellungen einmal abgesehen, herausfallen.

Kleine Buchhandlungen reagieren

Auch für den Börsenverein als Vertreter aller Buchhändler und Verleger ist die Konzentration im Handel ein Dauerthema.

Mann im Buchladen (Foto: dpa)

Traditionelle Buchläden haben es im Massenmarkt sehr schwer

"Natürlich wachsen diese Unternehmungen vom Umsatz her in beträchtlichem Maß, so dass der kleine und mittlere Buchhandel da nicht mithalten kann", meint Honnefelder. Jedoch beginnt man bereits, sich auf diese Tatsache einzustellen und ergreift Maßnahmen zugunsten der kleineren Firmen, damit diese "verteidigungsfähig" bleiben. Käufern und Lesern dieser Buchhandlung wird das geboten, wonach sie verlangen, nämlich eine ausführliche Beratung und Spezialisierung. Ein Service, den der Kunde bei größeren Einheiten so nicht finden kann. Dies könnte dazu führen, dass in ein, zwei Jahren der kleinere und mittlere Buchhandel in der Lage sei, auf seine Weise dem weiter expandierenden Filialbuchhandel die Stirn zu bieten.

Womit für das bisherige Bücherjahr 2008 das Fazit sich ziehen lässt: Es war ordentlich, Bücher werden weiter gekauft und gelesen. Und auch für den Schlussspurt stehen die Zeichen nicht schlecht.

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