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Aktuell Deutschland

Der Dalai Lama, ein Anhänger der EU

Trotz Krise ist die Europäische Union für den Dalai Lama ein Vorbild. Das sagte er zum Auftakt seines dreitägigen Hessen-Besuchs. Tausende lauschten seiner Ansprache, nicht alle hießen ihn willkommen.

Vor dem Kurpark in Wiesbaden begrüßten nach Angaben der Polizei 7000 Menschen das geistliche Oberhaupt der Tibeter, darunter viele Landsleute in traditionellen Gewändern. Der Dalai Lama sprach auch über die Europäische Union. Er bewundere, wie europäische Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg eine Gemeinschaft gebildet hätten, sagte der Friedensnobelpreisträger. Sie habe dazu geführt, dass der lange Konflikt zwischen Deutschland und Frankreich beendet worden und eine verlässliche Freundschaft entstanden sei.

Angesichts der gegenwärtigen Eurokrise rief der Dalai Lama zur Einheit Europas auf. Die aktuellen Spannungen innerhalb der EU hätten mit Geld zu tun. Er hoffe, dass eine gute und friedliche Einigung gefunden werde.

Konflikte in der Welt könnten nur duch Dialog gelöst werden, so das Oberhaupt der tibetischen Buddhisten. Die EU könne für andere Kontinente wie Afrika oder Asien ein Vorbild sein. Dazu brauche es ein Bewusstsein, dass alle sieben Milliarden Menschen auf der Welt gleich seien, so der Dalai Lama. In seiner Ansprache sagte er, dass alle großen Religionen ein friedliches Zusammenleben anstrebten, obgleich es in jeder Religion auch Unfrieden gebe.

Proteste gegen den Dalai Lama

Rund 200 Vertreter der "International Shugden Community", ein in den USA registrierter Verein, waren in den Kurpark gekommen, um gegen den Dalai Lama zu demonstrieren. Sie werfen ihm eine "Verfolgung" des buddhistischen Shugden-Zweigs vor. Der Dalai Lama hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Er hat jedoch in der Vergangenheit öffentlich dazu geraten, dem Kult des tibetischen Schutzgeistwesens Shugden nicht zu folgen. Er nennt ihn sektiererisch und sieht in als Gefahr für die Harmonie der tibetisch-buddhistischen Traditionen.

Von Sonntag bis Dienstag besucht der 80-Jährige die Städte Wiesbaden und Frankfurt am Main. Der Frankfurter Verein "Freunde für einen Freund" hatte ihn anlässlich seines Geburtstags am vergangenen Montag eingeladen. An diesem Montag empfängt der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) den Dalai Lama. Auf dem Programm steht unter anderem auch ein Besuch der Gemeinde der Exil-Tibeter in Deutschland.

nem/gri (epd, dpa)