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Sport

Der Bundestrainer und Beckenbauers Baby

Franz Beckenbauer ärgert weitherhin das Fernbleiben von Jürgen Klinsmann vom FIFA-Workshop in Düsseldorf. Dort forderten die Trainer-Kollegen erneut eine Verlängerung der Kader-Meldefrist.

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Der Kaiser zürnt

WM-Organisationschef Franz Beckenbauer hat Bundestrainer Jürgen Klinsmann erneut wegen dessen Fehlens beim zweitägigen WM-Workshop kritisiert. Bei dem Treffen der Nationaltrainer sei alles da gewesen, was Rang und Namen habe. "Nur Jürgen Klinsmann ist nicht da, als Gastgeber. Das gehört sich nicht", sagte Beckenbauer am Dienstag (7.3.) in Berlin. Beckenbauer erklärte weiter, er habe genau dieses Verhalten kritisiert und dazu stehe er. Klinsmann sei einer der "höchsten Repräsentanten" des deutschen Fußballs. "Bei diesen Pflichtterminen, da muss er einfach dabei sein", sagte Beckenbauer.

"Die WM ist sein Baby"

Klinsmann äußerte ein gewisses Verständnis für die Schelte Beckenbauers. "Ich kann ihn verstehen, wenn er mal verärgert ist, da diese WM ja sein Baby ist", sagte der Bundestrainer. Inhaltlich wies er die Kritik aber zurück: "Trotzdem wird man ab und zu auch mal anderer Meinung sein dürfen."

Klinsmann betonte nochmals, dass in Düsseldorf alle anfallenden Aufgaben vom Teammanager Oliver Bierhoff und seinem Assistenten Joachim Löw bestens abgedeckt worden seien. Beckenbauers Vorwurf, seinen Repräsentations-Pflichten als Cheftrainer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nicht ausreichend nachzukommen, wies Klinsmann entschieden zurück. "Ich habe schon viele repräsentative Aufgaben für diese WM wahrgenommen, unter anderem war ich mit Franz Beckenbauer in der Welt unterwegs, damit die WM überhaupt erst nach Deutschland gekommen ist", sagte der einstige WM-Botschafter für 2006.

"Dümmer wurde hier keiner"

Neben organisatorischen Details für das Turnier wurden in Düsseldorf die Trainer über die Anpassung der Spielregeln informiert. Nicht nur gegen Spielverzögerungen und Simulation soll strikter vorgegangen werden. Die Schiedsrichter wurden auch aufgefordert, alle Vorfälle im Zusammenhang mit Ellbogenstößen, rücksichtslosem Tackling und groben Fouls mit einem Feldverweis zu ahnden.

Die Workshop-Bilanz von WM-OK-Vizepräsident Wolfgang Niersbach fiel positiv aus: "Wir reden nicht von einer perfekten, aber guten Organisation. Wir haben 1000 Details besprochen. Dümmer wurde hier keiner."

Trainer für verlängerte Meldefrist

Die beim WM-Team-Workshop anwesenden Trainer haben sich für eine Verlängerung der Kader-Meldefrist ausgesprochen. Statt wie bisher geplant am 15. Mai wollen sie ihre 23 Profis umfassenden Kader erst Anfang Juni benennen. Über den Vorschlag der Trainer will der Fußball-Weltverband (FIFA) am 16. März in Zürich entscheiden. "Ich halte die Verlängerung der Frist für sinnvoll", sagte Brasiliens Nationalcoach Carlos Alberto Parreira zum Abschluss des zweitägigen Workshops am Dienstag in Düsseldorf. Auch Jürgen Klinsmann und seine Vertreter sind für eine Verschiebung der Meldefrist.

FIFA-Workshop zur WM 2006

Trainer und Assistenten - ohne die Deutschen

So ganz glatt lief es mit der Vertretung Klinsmanns dann aber doch nicht: Als einziger beim Workshop vertretener Verband war der DFB auf dem Gruppenfoto der teilnehmenden WM-Trainer nicht vertreten. Nachdem Klinsmann auf eine Teilnahme verzichtet hatte, wurde sein Assistent Löw am Dienstagmorgen von einer Magen-Darm-Grippe geplagt. Da nur Trainer, Assistenten und FIFA-Offizielle auf dem Foto abgelichtet sind, fehlte auch Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff.

Das offizielle Gruppenfoto, das um die Welt gehen wird, zeigt somit 22 Nationaltrainer, 3 Assistenten sowie 3 Vertreter des Weltverbandes FIFA, aber keinen Vertreter des Gastgeber-Verbandes. Einzige Deutsche auf dem Foto waren Togos Nationalcoach Otto Pfister sowie Holger Osieck, einst Assistent von DFB-Teamchef Franz Beckenbauer und heute Leiter der Technischen Kommission der FIFA.

Neue Plakat-Kampagne

Unterdessen hat die deutsche Tourismusbranche mit dem WM-Organisationskomitee am Dienstag in Berlin eine neue Plakatkampagne gestartet. Unter dem Motto "Deutschlands Aufstellung 2006" rollte OK- Präsident Franz Beckenbauer für die Nationale Service- und Freundlichkeitskampagne im Berliner Hotel "Adlon" symbolisch den roten Teppich für die erwarteten WM-Gäste aus.

Nationale Service- und Freundlichkeitskampagne

"Nationale Service- und Freundlichkeitskampagne"

76 Menschen - vom Koch, Kellner, Zimmermädchen über Zug- und Flugbegleiter bis zum ganz normalen Fußball-Fan mit Fahne und Trompete - repräsentieren auf den Großplakaten vom 8. März an das Gastgeberland. Sie alle rollen auf den Plakaten rote Teppiche für die Deutschland-Besucher aus. Beckenbauer sagte, "die Deutschen können sehr wohl ein freundliches Volk sein und dies auch zeigen". Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Christoph Bergner, sagte: "Alle Bürger der Bundesrepublik Deutschland sind Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft." (sams)

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