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Niederrheinisch

Der bissige Niederrheiner

Am Niederrhein lernte Hanns Dieter Hüsch viel über die Kleinbürger, die er als Kabarettist auf die Schippe nahm. Mit seiner Heimat blieb Hüsch ein Leben lang eng verbunden und machte sie auch zum Thema seiner Programme.

Hanns Dieter Hüsch hebt grüßend seinen Hut

Das Personal seiner Bühnenprogramme stammte meistens aus seiner Heimat, dem Niederrhein. Dort wurde er am 6. Mai 1925 geboren und wuchs nach eigenem Bekunden "zwischen schwarzweißen Kühen, Windmühlen und altersschwachen Bauernhäusern" auf.

Kabarett statt Seminar

Hanns Dieter Hüsch vor dem Mikrofon

Bereits während seines Studiums in Mainz schrieb Hüsch Gedichte und Chansons und sang. Über seine Zeit an der Uni sagte er einmal: "Ich habe an der Uni keine Seminare besucht, aber ich habe meine Texte geschrieben." In den Jahren 1947 und 1948 trat er mit dem Mainzer Studentenkabarett "Die Tolleranten" an verschiedenen Universitäten auf. Ein Jahr später folgte sein erstes Soloprogramm.

Nachdem er sein Studium aufgegeben hatte, hielt er sich zunächst mit Auftragsarbeiten und als Nachrichtensprecher beim Süddeutschen Rundfunk über Wasser. Zwischen 1956 und 1961 war er mit seinem eigenen Kabarett "arche nova" auch außerhalb von Mainz sehr erfolgreich.

Hanns Dieter Hüsch mit Hut

So wurde Hüsch in den 1960er-Jahren zu einem der wichtigsten Vertreter des literarischen Kabaretts in Deutschland. Er spielte mit der Sprache, jonglierte mit Worten und entlarvte deutsches Kleinbürger- und Spießertum. Sprachlich prägnant und oft absurd karikierte er mit bissigem Humor die "kleinen Leute". In den 70er und 80er Jahren knüpfte er mit seinem Programm "Hüsch – Live", zahlreichen Auftritten in Radio und Fernsehen und als Autor an seinen Erfolg an.

Niederrheinisches Bewusstsein
In seinen über 50 Kabarettprogrammen wandte Hüsch sich gegen Rechtsradikalismus und Kriegsgefahr, wobei die Beobachtung des Alltäglichen für ihn im Vordergrund stand. Ende 2000 nahm er Abschied von der Bühne. Am 5. Dezember 2005 starb Hanns Dieter Hüsch im Alter von 80 Jahren. Seiner Heimatregion blieb er ein Leben lang treu: "Alles, was ich bin, ist niederrheinisch".

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