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Aktuell Kultur

Der Berliner Fotograf Robert Lebeck ist tot

Mit seinen Bildern hielt Robert Lebeck große Momente des 20.Jahrunderts fest. Seine intensiven Porträts berühmter Persönlichkeiten gingen in die Geschichte ein. Nun ist er im Alter von 85 Jahren gestorben.

Romy Schneider mit Schiebermütze, Alfred Hitchcock hinter der Tür, Elvis Presley als junger Soldat in Hessen - Robert Lebecks Fotografien wurden zur Ikone. Der 1929 geborene Bildreporter bestach durch sein sicheres Gespür für Timing und seine natürlich inszenierten Schwarz-Weiß Aufnahmen. Viele sind Momente seltener Intensität und mitunter Intimität, die der Fotograf seinen Modellen entlockte.

Robert Lebeck in der Berliner Galerie Camera Work. (AP Photo/Markus Schreiber)

Robert Lebeck in der Berliner Galerie Camera Work

Im Alter von 85 Jahren verstarb Robert Lebeck am Samstag im Kreise seiner Familie, wie seine Witwe der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Ursprünglich hatte der gebürtige Berliner Ethnologie in Zürich und New York studiert. "Völkerkunde" hieß das damals noch - eine Wissenschaft, die sich der Beschreibung und dem Vergleich von Kulturen verschrieben hat. Doch Lebeck sollte ein Zeit-, Kultur- und Menschenbeschreiber anderer Art werden: Seine Leidenschaft für die Fotografie entdeckte er noch im Studium, von seiner ersten Frau bekam er 1952 seine erste Kamera - eine einfache Retina 1a.

Auf seiner#link:http://www.lebeck.de/:Webseite#, die auch zahlreiche seiner berühmtesten Bilder zeigt, beschreibt er das Einschlagen der Fotografenlaufbahn als "Entschluss". Er arbeitete zunächst für die Heidelberger Zeitungen Revue und Kristall. Nachdem ihm anfangs angesichts der knappen Honorare an seiner Berufswahl Zweifel kamen, schaffte er schließlich den Durchbruch: Lebeck wechselte ins Reporterteam beim Magazin Stern, wurde Chefredakteur bei Geo und kehrte schließlich zum Stern zurück.

Das Bild wurde aufgenommen während einer Informationsreise in Süddeutschland im Juni 1973

Intime Einblicke: Bundeskanzler Willi Brandt im Speisewagen

Der Stern nannte ihn einmal einen "charmanten Dieb des Augenblicks". Und das ist Lebeck auch gewesen: Er ging mit Willy Brandt auf Wahlkampfreise und dokumentierte seinen Rücktritt. Joseph Beuys inszenierte er mit einer Axt in der Hand und zeigte Konrad Adenauers wahres Alter, als er sein Porträt an seinem 90. Geburtstag auf das faltige Viertel seines Gesichts reduzierte. Seine Porträts berühmter Menschen prägen unsere Wahrnehmungen und Erinnerungen. Prominenten habe er aber nie aufgelauert, sagte Lebeck 2011 im Interview mit dem Zeit Magazin. "Ich hatte meistens einfach unverschämtes Glück."

as/sti (dpa, spiegel, sueddeutsche)

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