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Wirtschaft

Der Börsencrash auf Raten geht weiter

Anfangs sah es zwar nicht danach aus - doch dann wurde der erste Handelstag der neuen Woche doch noch zum gefürchteten "schwarzen Montag". Weltweit purzelten die Aktienkurse. Auch US-Präsident Obama konnte nicht helfen.

Telefonierender Händler an der Frankfurter Börse (Foto: dapd)

Ratlosigkeit an der Frankfurter Börse

Deutsche Aktien: Minus fünf Prozent; US-Aktien: Minus fünfeinhalb Prozent; französische Papiere: Minus viereinhalb Prozent: Es war dasselbe Bild, überall auf der Welt. Die Kurse setzten ihre Talfahrt fort, die sie vorletzte Woche begonnen hatten. Auf breiter Front verloren Aktien an Wert, an den Märkten regierten Unsicherheit und Angst.

Dabei kam der Absturz nicht überraschend, denn nach der Herabstufung der US-Bonität durch die Rating-Agentur Standard & Poor´s waren die meisten Fachleute einig: Am Montag, dem ersten Handelstag danach, geht´s an den Börsen bergab. Die deutsche Boulevard-Zeitung "Bild" titelte sogar reißerisch: "Angst vor schwarzem Montag!"

Absturz mit Anlaufschwierigkeiten

Euro-Skulptur vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt (Foto: dpa)

Auch die Europäische Zentralbank versucht zu helfen

Danach sah es anfangs noch nicht aus. Die Aktienmärkte in Asien schlossen zwar niedriger, allerdings nicht dramatisch. Und auch in Europa begann der Handel eher verhalten, teils sogar freundlich. Im Laufe des Tages war damit dann aber Schluss, die Werte der meisten Konzerne bröckelten ab - um schließlich deutlich im Minus zu schließen. Das wichtigste deutsche Börsenbarometer, der Deutsche Aktienindex DAX, fiel im Tagesverlauf um fünf Prozent und unterschritt mit einem Schlussstand von 5923 Punkten die vor allem psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten. Innerhalb weniger Tage hat der DAX damit nun insgesamt fast ein Fünftel eingebüßt - ein Crash auf Raten.

Ähnlich das Bild in den Vereinigten Staaten: Der Dow Jones-Index fiel an der Wall Street in New York zunächst nur leicht, baute die Verluste aber im Handelsverlauf aus und ging mit 10.810 Punkten aus dem Handel, fünfeinhalb Prozent niedriger als am Freitag, vor Bekanntgabe der Herabstufung der US-Bonität von der Bestnote "AAA" auf nur mehr "AA+".

Obama: Bleiben immer ein 'AAA-Land'

Da konnte auch US-Präsident Barack Obama nicht viel ausrichten. Betont optimistisch trat er am Montagabend vor die Fernsehkameras und ließ das Volk wissen: Die Probleme seien "lösbar" und ergänzte: "Wir wissen, was wir zu tun haben, um sie zu lösen."

US-Präsident Obama bei seiner Fernsehansprache (Foto: dapd)

Gab sich betont optimistisch: US-Präsident Obama bei seiner Fernseh-Ansprache

Es gebe eine ganze Reihe von Ideen, mit denen man das Schuldenproblem der Vereinigten Staaten in den Griff bekommen könne, so Obama weiter, räumte aber zugleich ein, dass derzeit der politische Wille für Lösungen fehle. Und zur Herabstufung der US-Staatsanleihen durch Standard & Poor´s erklärte der Präsident: "Egal, was eine Rating-Agentur meint: Wir waren immer und werden immer ein 'AAA-Land' sein!"

Ausblick: Weiterhin unsicher

Es bleibt also spannend an den internationalen Handelsplätzen, zumal auch die europäische Schuldenkrise weiter brodelt. Zwar hat die Europäische Zentralbank (EZB) nach Einschätzung von Händlern am Montag damit begonnen, italienische und spanische Staatsanleihen aufzukaufen, um so beiden Ländern zu günstigeren Zinsen und mehr finanzieller Stabilität zu verhelfen. Dennoch ist fraglich, ob dieser Schritt ausreicht.

Auch der Blick nach Asien lässt nichts Gutes erahnen: Am Dienstag (09.08.2011) eröffneten die dortigen Börsen den Handel erneut mit teils massiven Kursabschlägen. Es dürfte an den internationalen Finanzplätzen also auch in den kommenden Tagen turbulent bleiben.

Autor: Frank Wörner (rtr, dpa, afp, dapd)
Redaktion: Reinhard Kleber

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