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Nahost

Der "amerikanische Traum" hat seinen Preis

Latinos bilden eine der größten Minderheiten in der US-Armee. Sie hoffen, auf dem Umweg über den Militärdienst einen besseren Lebensstandard zu erreichen. Für einen endete dieses Vorhaben bereits tödlich.

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Ein unsicherer Arbeitsplatz - aber immerhin ein amerikanischer Arbeitsplatz

Schätzungsweise 130.000 Menschen lateinamerikanischer Herkunft haben sich zum US-Militärdienst gemeldet. Zurzeit befinden sich mehr als 20.000 dieser so genannten Latinos an der irakischen Front. Für die meisten bedeutet der Eintritt in die Armee eine Möglichkeit, der Armut zu entkommen und die amerikanische Staatsangehörigkeit zu erlangen.

Sie kämpfen an vorderster Front

In manchen Fällen ermöglicht es ihnen den Zugang zu einem Hochschulstudium oder zu einer militärischen Karriere. Allerdings sind die Führungspositionen in der Armee zu 83 von hellhäutigen US-Amerikanern besetzt. Die meisten Militärangehörigen lateinamerikanischer Herkunft kämpfen an vorderster Front, genauso wie die Afro-Amerikaner.

In den verschiedenen Kriegen, an denen die USA teilgenommen haben, ist die Anzahl der lateinamerikanischen Opfer ständig gestiegen. Schon während des Zweiten Weltkrieges haben 300.000 hispanische Soldaten ihr Leben riskiert. 20 Prozent der Soldaten im Vietnamkrieg waren lateinamerikanischer Herkunft, die Latinos stellten damals jedoch nur fünf Prozent der Gesamtbevölkerung.

Zur Zeit machen die Hispano-Amerikaner neun Prozent der amerikanischen Truppen aus, deutlich weniger als ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung. Das lässt sich folgendermaßen erklären: die künftigen Soldaten müssen einen Mindestnotendurchschnitt in der Mittelstufe vorweisen. Für viele Latinos, die meistens aus ärmeren Elternhäusern stammen, ist dies kaum möglich.

Anforderungen wurden gesenkt

Die Bush-Administration reagierte darauf, indem sie die Mindestanforderungen senkte. Auch das Ausländergesetz wurde geändert, damit die USA auf die 85.000 neuen Soldaten kommt, die sie jährlich benötigt. Inhaber der "Green Card" mussten früher fünf Jahre warten, um ihre Aufenthaltssituation zu regeln. Jetzt geht das wesentlich schneller. Sobald man der Armee beitritt, vereinfacht sich auch die Einbürgerungsprozedur.

José Gutiérrez war das erste Opfer unter den Hispano-Amerikaner im Irak. Der aus Guatemala stammende Soldat wuchs auf der Straße auf und kam mit 14 Jahren in die Vereinigten Staaten. Gutiérrez hatte sich aus Dankbarkeit zur Armee gemeldet, um den USA das zurückzugeben was er erhalten hatte - eine Ausnahme unter den Latinos. Für die meisten ist es keine Ehre, im US-Militär zu dienen. Für sie ist die Armee nichts als ein Ausweg aus dem Elend.