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Musik

Der allerletzte Käfer

Dieser "Wagen fürs Volk" ist eine Autolegende. Als Herbie fuhr er über die Leinwand, Popmusiker schrieben ihm eine Hymne. Bis 2003 wurde er noch in Mexiko produziert. Ein musikalischer Blick in die Geschichte.

Er lief und lief und lief und lief… 2003 lief er dann zum letzten Mal vom Band. Und das nicht in seiner Geburtsstadt Wolfsburg, sondern im fernen Mexiko. Die deutsche Wunderkugel auf vier Rädern, der Wagen für das Volk, der Volkswagen. Die Idee, das niedliche rundliche Auto Käfer zu nennen, hatten nicht die deutschen Hersteller, sondern Journalisten der New York Times, die 1938 einen Artikel über das Auto schrieben, das im Jargon der Nationalsozialisten "KdF-Wagen" genannt wurde. Kraft durch Freude sollte er bringen und für jeden erschwinglich sein.

Mit großem Bahnhof läuft am 5. August 1955 im Wolfsburger Volkswagenwerk der millionste VW-Käfer vom Band (Foto: Gerd Herold/ dpa)

August 1955 - der millionste Käfer verläßt das VW-Werk

Aber während des Zweiten Weltkrieges rollte er dann zunächst als Wehrmachtsfahrzeug an die Front. Seinen eigentlichen Siegeszug trat das Automobil aber erst nach dem Krieg an, zur Zeit des deutschen Wirtschaftswunders. Zunächst wurde der Käfer in verschiedenen Werken in Deutschland, später dann auch rund um den Erdball gefertigt. Der Kosten wegen am liebsten in Niedriglohnländern. Über 21 Millionen Stück wurden verkauft.

Nutzfahrzeug und Kultobjekt

In einer Disney-Produktion wurde der Käfer als Herbie 1969 zum Kinohelden. Aber auch die Musikwelt liebte den kultigen Kugelporsche. Dass gerade die 1970 verstorbene Hippie-Ikone Janis Joplin nicht dem Pop-Art-Auto Käfer, sondern dem Luxusschlitten Mercedes Benz eine Hymne schrieb, ist eigentlich unverzeihlich. Sie selbst fuhr keinen PKW mit Stern, aber dennoch eines aus deutscher Produktion und irgendwie mit dem Käfer eng verwandt: ein Porsche Cabrio, lackiert in bunten Flower-Power-Farben.

ein Exportmodell des VW-Käfers sthet auf einer Wiese (Foto: ullstein bild)

Der Käfer als "Beetle" für den Export

Popstars und Devotionalien

Die Beatles zeigten sich in der Öffentlichkeit gerne mit einem Luxus-Automobil aus britischer Herstellung. Legendär ist John Lennons Rolls Royce. Die Musikmillionäre konnten sich solche teuren Karossen leisten. Betrachtet man aber ihr bekanntestes Schallplattencover auf dem der berühmteste Zebrastreifen der Welt abgebildet ist, entdeckt  man kein Nobelauto auf dem Parkstreifen. Nein, dort, wo die Fab Four an den Abbey Road-Studios sehr plakativ die Straßenseite wechseln parkt tatsächlich ein weißer VW-Käfer mit dem britischen Nummernschild LMW 281 F. Dem Besitzer des Fahrzeugs, ein Anwohner, brachte die Popularität, die sein Gefährt erlangte kein Glück. Das Nummernschild wurde von Beatles-Fans als kostbare Devotionalie abmontiert. Übrigens, auch der Name der Beatles ist im Grunde eine Wortspielerei, die sich auf Beatmusik bezieht, sich aber auch an das englische Wort für Käfer, "Beetle" anlehnt.

Mit Zierpflanzen bewachsen steht ein alter verrosteter VW-Käfer auf einem Gelände der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau bei Margetshöchheim/ Unterfranken (Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa)

Die etwas andere Art der Gartengestaltung

Nicht nur als Fotokulisse, sondern geräuschvoll in Szene gesetzt wurde der Heckmotor des Käfers von der deutschen Elektronik-Band "Kraftwerk". Die starteten 1974 auf einem ihrer erfolgreichsten Stücke mit einem Käfer zur Fahrt über die "Autobahn". Auf der Schallplatte dauert die über 22 Minuten. Als stark gekürzte Singleversion schaffte der Song sogar den Sprung in die britischen und US-amerikanischen Hitlisten. Und im Jahr 2001 veröffentlichte das ebenfalls aus dem Geburtsland des Käfers stammende Bandprojekt "Welle: Erdball" auf ihrem Album "Die Wunderwelt der Technik" eine wahre Hymne auf den VW Käfer.

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