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Politik

Der Albtraum von Moskau

Die Geiselnahme in Moskau durch tschetschenische Terroristen hat Russland, ja die ganze Welt, geschockt. Die Befreiungsaktion mit so vielen Toten und Lügen hat aus dem Schock inzwischen einen Albtraum werden lassen.

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Die Russen haben wieder einmal draufgehauen. Und wieder einmal war der Preis für die rohe Gewalt sehr hoch. Viel zu hoch. Weit über einhundert Tote. Diese Befreiungsaktion ist eine Katastrophe und nicht etwa ein Erfolg, wie Wladimir Putin die Weltöffentlichkeit glauben machen will. "Wir verhandeln nicht mit Terroristen", sagt der russische Präsident. Nicht gesagt hat er: "koste es was es wolle."

Nach dem Sturm des Musical-Theaters folgte der nächste GAU, der Informations-Gau. Welches Gas haben die Sondereinheiten eingesetzt, um die Geiselnehmer zu betäuben? Das ist nur eine von vielen offenen Fragen. Aber wohl die wichtigste. Denn die Opfer des Gasangriffes brauchen entsprechende Gegenmittel. Das lässt die russische Führung aber kalt. Kein Wort bisher über den Gastyp. Diese Geheimniskrämerei kennt viele Beispiele aus der Geschichte der Sowjetunion und des jungen Russlands. Wie etwa die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl oder der Untergang des Atom-U-Bootes Kursk.

Jedes Mal kamen die Informationen zu zögerlich, jedes Mal kam wohl deswegen für einige Menschen jede Hilfe zu spät. Dieses Mal ist es wieder genauso. Die Geiselnahme von Moskau gliedert sich also mühelos in die Reihe der Eigentore bei Katastrophenbewältigungen ein.