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Ostmitteleuropa

Der 17. November wird in Tschechien erst zum zweiten Mal als Staatsfeiertag begangen

- Tag des Kampfes der Studenten für Freiheit und Demokratie - Gruppe unzufriedener Bürger nutzt Staatsfeiertag zu Protestkundgebung

Prag, 18.11.2001, RADIO PRAG, deutsch

In Tschechien wurde am gestrigen (17.11.) Staatsfeiertag an verschiednen Orten des Kampfes der Studenten für Freiheit und Demokratie gedacht. Im Prager Stadtzentrum legten an der Gedenktafel der Demonstrationen von 1989, die den Auftakt für den Sturz des kommunistischen Systems bildeten, Politiker sowie Bürger Blumen und Kerzen nieder. Präsident Vaclav Havel stand einige Minuten schweigend an dem Ort der Gedenktafel, wo die Polizei 1989 brutal in die Studentendemonstrationen eingegriffen hatte. Vladimir Spidla, Vorsitzender der regierenden Sozialdemokratischen Partei, brachte die Botschaft des 17. November mit den Worten auf den Punkt: "Freiheit ist schwer zu gewinnen und leicht zu verlieren". Der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Vaclav Klaus, bezeichnete den 17. November als tragisch und optimistisch zugleich und spielte damit zum einen auf die Inhaftierung und Hinrichtung studentischer Vertreter durch die nationalsozialistische Besatzungsmacht im Jahr 1939, zum anderen auf die Samtene Revolution von 1989 an. Auch andernorts wurde des 17.Novembers gedacht. Im südböhmischen Vodnany bei Strakonice sowie im ostböhmischen Havlickuv Brod wurden Gedenktafeln für die Opfer des Kommunismus enthüllt.

Bereits am Freitag (16.11.) hatte Präsident Vaclav Havel auf Schloss Lany bei Prag führende Vertreter der Studentendemonstrationen von 1939, 1968 und 1989 empfangen. (...)

Den gestrigen Staatsfeiertag nutzte eine Gruppe von ca. 200 unzufriedenen Bürgern dazu, auf dem Prager Wenzels-Platz ihre Enttäuschung über die Mängel im Schul-, Gesundheits- und Sozialwesen kundzutun. Unter ihnen waren neben prominenten Persönlichkeiten auch Gewerkschafter aus dem öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen, die sich mit der neuen Leitung dieses Mediums unzufrieden erklärten. Die Sprecher der Protestveranstaltung riefen zu einem Regierungswechsel in den kommenden Wahlen auf. (fp)

  • Datum 19.11.2001
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1OEM
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