1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sport

Der 13. Spieltag - ein Roundup

Chaos in Kaiserslautern, Torflut in Bremen und zwei geglückte Trainer-Comebacks - der 13. Spieltag in der Fußball-Bundesliga war geprägt von hektischer Betriebsamkeit und großen Emotionen.

default

Heimniederlage gegen Nürnberg: Lautern am Boden

Beim neuen Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern ist derzeit nicht nur die sportliche Situation prekär. Die Lauterer hatten am 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga auf dem heimischen Betzenberg mit 1:3 gegen das bisherige Schlusslicht 1. FC Nürnberg verloren, da löste Vorstandschef Rene C. Jäggi ein Chaos aus.

Unmittelbar nach der blamablen Niederlage entließ er Michael Henke nach nur viereinhalb Monaten auf dem Trainerstuhl. Anschließend kündigte Jäggi seinen eigenen Rückzug an, um den Weg für eine neue Führungscrew freizumachen. Der Vorstandsvorsitzende des FCK hatte sein Schicksal bis zuletzt mit dem des von ihm zu Saisonbeginn bestellten Trainers verbunden.

"Ein tragischer Tag"

Rene C. Jäggi als Präsident des 1. FC Kaiserslautern zurückgetreten

Der FCK-Präsident geht von Bord: Rene C. Jäggi

Damit taumelt der Traditionsverein in eine unsichere Zukunft. Henke ist nach Klaus Augenthaler (Leverkusen), Wolfgang Wolf (Nürnberg) und Ewald Lienen (Hannover) der vierte Coach, der in der laufenden Saison entlassen wurde. "Das ist ein tragischer Tag mit gigantischen Auswirkungen", sagte Jäggi, der nach Ansicht scharfer Kritiker wie Ex-Profi Mario Basler ein Chaos hinterlässt.

Bis zur Wahl einer neuen Führung auf der Mitgliederversammlung am 14. Dezember amtiert ein Not-Vorstand. Bei der Suche nach einem neuen Trainer wurde man indes schnell fündig.

Wolfgang Wolf heißt der neue Coach bei den Pfälzern. Das gab der Klub am Montagabend (21.11.) bekannt. Der ehemalige Lauterer Fußball-Profi war erst am 31. Oktober beim Ligarivalen 1. FC Nürnberg entlassen worden. Wolf erhält beim Tabellen-Schlusslicht einen Vertrag bis 2008.

Gelungene Trainer-Comebacks

Hans Meyer, neuer Trainer des 1. FC Nürnberg

Meyer zufrieden: Der neue "Club"-Trainer holt auf Anhieb drei Punkte

Trainer-Rückkehrer Hans Meyer feierte nach 543 Tagen "Ruhestand" beim "Club" mit dem 3:1 im Keller-Duell ein Bundesliga-Comeback nach Maß. Den Sieg in der Pfalz mochte Meyer aber nicht überbewerten: "Man hat gemerkt, dass zwei verunsicherte Mannschaften auf dem Platz standen."

Über einen Teilerfolg durfte sich Peter Neururer freuen. Der neue Trainer von Hannover 96 konnte mit dem 2:2 beim VfB Stuttgart immerhin einen Teilerfolg verbuchen.

Bayern mit Glück

Bayern München liegt mit fünf Punkten Vorsprung weiter einsam an der Spitze - dank seiner zwei Peruaner. Paolo Guerrero, erst in der 78. Minute eingewechselt, überzeugte beim 2:1 bei Arminia Bielefeld als Vorbereiter der beiden Münchner Treffer. Nutznießer war beide Male Claudio Pizarro, der in den letzten Minuten beide Münchner Tore markierte (82./90.+2).

Fußball-Bundesliga, SV Werder Bremen gegen VfL Wolfsburg

Bremens Spielmacher Micoud (M) lässt Wolfsburgs Torhüter Simon Jentzsch alt aussehen

Überzeugender als der Tabellenführer trat zwei Wochen nach dem 1:3 in München sein erster Verfolger auf. Werder Bremen schoss den VfL Wolfsburg gleich mit 6:1 aus dem Vergnügungspark Weserstadion - vor allem dank eines überragenden Tim Borowski, der wie Miroslav Klose zwei Treffer erzielte. "Unser Ziel bleibt die Champions-League-Qualifikation", gab sich Sportdirektor Klaus Allofs nach der Partie bescheiden.

Ärger über Unfähigkeit

Bundesliga 13. Spieltag 1. FC Köln gegen FC Schalke 04

Schalkes Fabian Ernst versucht sich gegen Kölner Übermacht durchzusetzen

Dagegen hat Schalke 04 seine Ziele inzwischen revidiert. "Auf die Bayern und Bremen schauen wir gar nicht mehr. Für uns geht es nur um Platz drei", sagte Manager Rudi Assauer nach dem 2:2 (1:0) des selbst ernannten Titelanwärters beim 1. FC Köln. Der Revierclub vermochte es beim 2:2 in Köln erneut nicht, aus großer Überlegenheit Kapital zu schlagen.

"Köln war doch schon scheintot", ärgerte sich Trainer Ralf Rangnick über die eigene Unfähigkeit, nach dem 1:0 durch Kevin Kuranyi (23.) nachzulegen. Die Schalker haben nun bereits sechs Punkte Rückstand auf den Dritten Hamburger SV, der sich beim 2:0 (2: 0) gegen den MSV Duisburg keine Blöße gab.

Hertha tritt auf der Stelle

Bundesliga 13. Spieltag Borussia Dortmund gegen Hertha BSC Berlin

Kampf pur: Der Herthaner Rafael und Dede vom BVB

Eine weitere Annäherung an Rang drei blieb auch Hertha BSC versagt. "Ich bin richtig angefressen", versicherte Trainer Falko Götz nach dem 0:2 gegen Borussia Dortmund: "Wenn man Ambitionen hat, dann muss man auch einmal einen reinmachen. Stattdessen kassieren wir unnötige Tore."

Erzielt wurden diese beiden Treffer von Ebi Smolarek, der die mit einem Durchschnittsalter von 23,83 Jahren jüngste Mannschaft in der BVB-Geschichte auf Tuchfühlung zu den UEFA-Cup-Plätzen hielt.

Platz in der Eigentorjägerliste gesichert

Nikolce Noveski im Eigentorpech

Torgarant: Nikolce Noveski

Einen Treffer mehr als Smolarek erzielte am 13. Spieltag der Mainzer Nikolce Noveski - allerdings zwei auf der falschen Seite. In der 3. und 6. Minute lenkte der Mazedonier den Ball ins eigene Netz, in der 71. Minute machte er per Kopf dann aber auch den Weg frei zum 2:2 im Rhein-Main-Derby gegen Eintracht Frankfurt.

Ein kleiner Trost für Noveski, der mit seinen zwei Missgeschicken innerhalb von nur vier Minuten nicht nur für den schnellsten Eigentor-"Doppelpack" in der Geschichte der höchsten deutschen Spielklasse sorgte, sondern mit insgesamt drei Eigentoren nunmehr einen vorderen Platz der ewigen Eigentorjägerliste belegt.

Unangefochtener Spitzenreiter dieser unrühmlichen Auflistung ist übrigens Manfred Kaltz. Der Hamburger hatte sechs Mal ins eigene Netz getroffen. (ms)

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links