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Gewalt

Der 1. Mai - nicht überall friedlich

Mancherorts überschatteten Gewalt und Krawall die Kundgebungen zum 1. Mai. In der Türkei ging die Polizei gegen Regierungskritiker vor. Ausschreitungen wurden auch aus Frankreich, Belgien und Deutschland gemeldet.

Demonstranten und Polizisten in Istanbul (Reuters/U. Bektas)

Der 1. Mai in Istanbul

"Lang lebe der 1. Mai. Nein zum Diktator", hieß es auf Bannern linker Demonstranten in Istanbul. Als die Demonstranten in Richtung des Taksim-Platzes zogen, schritt die Polizei mit aller Härte ein. Es kamen Tränengas und Gummigeschosse zum Einsatz. 165 Menschen seien festgenommen worden, teilten die türkischen Behörden mit.

Allein in Istanbul waren wegen der Proteste zum 1. Mai rund 30.000 Polizisten im Einsatz. Der Gouverneur der Millionenmetropole erklärte, einige illegale Gruppen hätten versucht, die Feiern zum 1. Mai als "Vorwand" für Proteste gegen die Regierung zu nutzen. Nach seinen Angaben kam ein Mensch bei einem Unfall beim Manöver eines Wasserwerfers ums Leben.

Polizisten und Politiker im Visier

Wenige Tage vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Frankreich entlud sich die aufgeheizte Stimmung auch in Paris. Nach den Worten des französischen Innenministers Matthias Fekl wurden Bereitschaftspolizisten von "mehreren Dutzend" Demonstranten mit "zahlreichen Molotow-Cocktails" attackiert. Vier Polizisten seien verletzt worden, zwei von ihnen schwer.

Demonstranten und Polizisten in Paris (Getty Images/J. J. Mitchell)

Der 1. Mai in Paris

Bei einer Mai-Kundgebung im belgischen Lüttich wurde ein Politiker der sozialistischen Arbeiterpartei mit einem Messer angegriffen. Der Abgeordnete Raoul Hedebouw erlitt dabei eine Stichverletzung am Bein, hielt aber kurz darauf dennoch seine Rede. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Sein Motiv ist unklar. Bei der Festnahme soll er Hedebouw als "Idioten" bezeichnet haben.

Angriff auf SPD-Parlamentarier 

Zu gewaltsamen Ausschreitungen kam es auch in Berlin. Am Rande der "Revolutionären 1. Mai Demonstration" im Stadtteil Kreuzberg wurden am Montagabend mehrere Polizeibeamte verletzt, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Zur Zahl der Festnahmen wollte sie sich nicht äußern. Rund 5400 Beamte waren in Berlin im Einsatz, um Krawalle zu verhindern.

Der Berliner SPD-Abgeordnete Tom Schreiber berichtete von einer Attacke auf sich: "Ich wurde gezielt angegriffen", teilte er über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Mehrere Demonstranten hätten ihn beschimpft, einer von ihnen sei mit einer Flasche auf ihn losgegangen, sagte Schreiber der "Berliner Morgenpost". Er sei jedoch unverletzt geblieben. "Das kam aus dem Nichts." Er werde Strafanzeige erstatten.

Demonstranten und Polizisten in Berlin (Getty Images/S. Gallup)

Der 1. Mai in Berlin-Kreuzberg

Auch die Hamburger Polizei meldete gewaltsame Proteste. Nachdem die Demonstrationen tagsüber "sehr ruhig" verlaufen seien, hätten sich am späten Abend 200 bis 300 Menschen im Schanzenviertel versammelt. Diese hätten die anwesenden Polizisten mit Glasflaschen und Feuerwerkskörpern attackiert.

wa/se (rtr, afp, dpa)

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