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Wissen & Umwelt

Depression häufigste psychische Erkrankung

Robert Enke litt seit Jahren unter Depressionen. Damit erging es ihm wie vier bis fünf Millionen anderen Deutschen. Häufig werden Depressionen nicht als solche erkannt, was die schwankende Zahl der Erkrankten erklärt.

Symbolbild Depression, Trauer, Angst, Neurose

Depressionen können sich individuell auf sehr unterschiedliche Weisen äußern

Bei einer Depression (lat. deprimere "Niederdrücken") handelt es sich um eine Störung des Gefühls- und Gemütslebens, die sich in einer traurigen Verstimmung, dem Verlust von Interesse oder Freude und einer Verminderung des Antriebs äußern kann. Dabei kann die Krankheit individuell sehr unterschiedliche Ausprägungen haben. Zumeist kommen weitere typische Symptome wie innere Unruhe, Appetit- und Libidoverlust, Schlafstörungen, Gefühle der Wertlosigkeit, sowie subjektive und objektive Einschränkungen der Konzentration hinzu.

Viele Ursachen

Die Depression ist die am häufigsten auftretende psychische Erkrankung. Sie wird bei Frauen im Durchschnitt doppelt so oft diagnostiziert wie bei Männern. Besonders im Lebensalter zwischen 25 und 45 Jahren treten Depressionen gehäuft auf. Die Krankheit kann viele Ursachen haben. Dabei wird ein Zusammenwirken von biologischen Faktoren und entwicklungsgeschichtlichen Erfahrungen, ebenso wie aktuellen Ereignissen und kognitiven Verarbeitungsmustern angenommen. Eine Depression kann aber auch aus anderen bereits vorhandenen Erkrankungen entstehen. So sind beispielsweise Menschen, die an Zwängen, Angsterkrankungen, Alkoholismus, Phobien, Schlaflosigkeit oder chronischen Schmerzen leiden, anfällig dafür.

Häufiger Grund für Selbstmord

Mehr als zehn Prozent der schwer an Depressionen erkrankten Menschen begehen Selbstmord. Doch meist geht dieser ausgeprägten Form der Erkrankung eine lange Krankheitsgeschichte voraus. Häufig fängt sie mit Schlaf- und Appetitlosigkeit ebenso wie Übelkeit an. Dazu kommt das ständige Gefühl, dass alles in der Welt negativ ist. Man verliert auf diese Weise in sehr kurzer Zeit sein Selbstwertgefühl, gibt sich für alles die Schuld und sieht schwarz in die Zukunft. Viele depressive Patienten konzentrieren sich auf ihre körperlichen Symptome und vermuten in ihren Beschwerden eine organische Ursache. Häufig halten sich Depressive auch nicht für krank, sondern für Versager.

Unterschiedliche Therapiekonzepte

Da bei Depressionen Störungen in Bezug auf Botenstoffe im Gehirn vorliegen, kann die Krankheit mit geeigneten Therapiekonzepten wie tiefenpsychologischen oder verhaltenstherapeutischen Verfahren und modernen Arzneimitteln wie Antidepressiva behandelt werden.

Autorin: Patrizia Pullano (dpa, sid)

Redaktion: Martin Schrader

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