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Aktuell Europa

Depardieu tanzt mit Tschetschenen-Präsident

Erst lässt sich Gerard Depardieu eine Fünf-Zimmer-Wohnung schenken, dann tanzt er ausgelassen mit Tschetschenen-Präsident Kadyrow. Allmählich bekommt der Filmstar sein Leben in der neuen Heimat Russland in den Griff.

Gerard Depardieu in Tschetschenien mit Ramsan Kadyrow (Foto: AFP)

Gerard Depardieu in Tschetschenien mit Ramsan Kadyrow

Der Präsident von Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, hat den Schauspieler Gerard Depardieu zum Ehrenbürger ernannt. Zudem überreichte er dem französischen Filmstar den Schlüssel zu einer Fünf-Zimmer-Wohnung in der Hauptstadt Grosny. Jetzt wird Depardieu in seinen eigenen vier Wänden übernachten können, falls er wirklich dazu kommt, einen Film über Tschetschenien zu drehen. Einen solchen Plan kündigte der 64-jährige Schauspieler bei einem Treffen mit Kadyrow an. Über den möglichen Inhalt des Films sagte Depardieu: "Ich will zeigen, wie ein Mensch die Stadt in fünf Jahren wiederaufbauen konnte. Ich bin sicher, dass es glückliche Menschen sind, die hier leben. Um so zu singen und zu tanzen, wie es die Tschetschenen tun, muss man wirklich glücklich sein."

Depardieu pflegt ein enges Verhältnis mit Kadyrow. Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte er sich an der Seite des höchst umstrittenen Machthabers gezeigt und ausgerufen: "Ehre für Tschetschenien, Ehre für Kadyrow". Menschenrechtsaktivisten werfen dem tschetschenischen Präsidenten seit langem vor, zahlreiche Verstöße gegen die Menschenrechte, Entführungen und Morde seiner Sicherheitskräfte zu decken.

Am Sonntag holte er Depardieu persönlich vom Flughafen ab. Danach feierten die beiden bei einem Galadiner. Dort schwang Depardieu mit dem Kadyrow das Tanzbein - gemeinsam übten sie sich bei der Lesginka, einen Tanz der Volksgruppen des Kaukausus.

Gerard Depardieu besucht das Agro-Unternehmen 'Teplichnoye' in der Nähe von Saransk (Foto: AFP)

In Mordowien suchte Gerard Depardieu nach guten Lebensmitteln

Depardieu hatte aus Protest gegen eine geplante Reichensteuer seiner Heimat Frankreich adieu gesagt und damit eine heftige Debatte über Steuerflucht ausgelöst. Anfang Januar hatte der russische Präsident Wladimir Putin ihm einen russischen Pass überreicht.

Wohnsitz: Demokratie-Straße, Saransk, Mordowien

Am Samstag hatte der Schauspieler offiziell seinen Wohnsitz in der der Stadt Saransk, rund 640 Kilometer östlich von Moskau, genommen. In der Hauptstadt der Region Mordowien unterzeichnete Depardieu ein Meldeformular und bekam den entsprechenden Stempel in seinen Reisepass.

"Gerühmt sei Saransk, gerühmt sei Mordowien, gerühmt sei Russland!", sagte der Schauspieler in gebrochenem Russisch nach den Anmeldeformalitäten. Depardieu ist nun in einer Wohnung von Nikolai Borodatschew, dem Chef des staatlichen Filmarchivs, gemeldet. Sie liegt in der Demokratie-Straße 1, in einem Neubaublock im Zentrum von Saransk.

Mordowien ist in Russland sonst eher für seine Straflager bekannt. Dort sitzt zum Beispiel eine der Sängerinnen der Punkband Pussy Riot ein. Zwei der jungen Frauen wurden wegen ihres Anti-Putin-Protests in der Moskauer Kathedrale zu zwei Jahren im Gefängnis verurteilt.

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Obelix wird Russe (03.01.2013)

In seiner neuen Heimat will Depardieu als Gastronom wirken. Geplant sei, dass der Franzose ein Lokal in Saransk eröffne, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung der Nachrichtenagentur Interfax. Der Schauspieler hat in der Region bereits ein Landwirtschafts-Unternehmen und eine Käsefabrik besucht, um Lebensmittel für seinen Restaurant zu finden.

shi/kle (dpa, afp, Interfax, apd)

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