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Kultur

Denkmal für Sinti und Roma wird im Oktober eröffnet

Berlin erhält ein weiteres Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus. Am 25. Oktober soll das Denkmal für die in der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma eröffnet werden.

Baubeginn des Denkmals für die während der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma im Dezember 2008 in Berlin (Foto: ddp/AP)

Baubeginn des Denkmals für die während der NS-Zeit ermordeten Sinti und Roma im Dezember 2008 in Berlin

Dieser Termin sei in Abstimmung mit allen Beteiligten festgelegt worden, teilte der Zentralrat der Sinti und Roma unter Berufung auf Kulturstaatsminister Bernd Neumann mit. An der Feier zur Eröffnung des in unmittelbarer Nähe des Reichstages gelegenen Mahnmals würden Holocaust-Überlebende, Vertreter von europäischen Roma- und Sinti-Organisationen sowie Vertreter der europäischen Staaten und Regierungen und der US-Regierung teilnehmen. Nach Schätzungen fielen im Zweiten Weltkrieg im von Hitler-Deutschland besetzten Europa bis zu 500.000 Sinti und Roma dem Rassenwahn der Nazis zum Opfer. 

Der Vorsitzende des Zentralrates, Romani Rose, sagte: "Wir sind sehr froh, dass dieses Mahnmal jetzt fertiggestellt wird. Die Überlebenden haben darauf sehr lange warten müssen." Ursprünglich sollte das Mahnmal schon 2009 eröffnet werden. Weil jedoch der verantwortliche israelische Künstler Dani Karavan mit der Bauausführung nicht zufrieden war, musste der Termin wegen Nachbesserungen mehrfach verschoben werden. 

Größte Minderheit in  Europa

Die Sinti und Roma sind die zahlenmäßig größte Minderheit in der Europäischen Union. In den 27 EU-Staaten leben nach Angaben der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" etwa acht bis zehn Millionen Sinti und Roma, drei Viertel von ihnen in Ost- beziehungsweise Südost-Europa. In Deutschland wird ihre Zahl auf 70.000 bis 100.000 geschätzt. Bis heute ist die Volksgruppe Diffamierungen, Angriffen und Benachteiligungen ausgesetzt.

Sinti und Roma- Junge im Osten der Slowakei Foto: (ddp/AP)

Sinti und Roma- Junge im Osten der Slowakei

Für seine Bemühungen, die Lebenssituation der Minderheit zu verbessern, wurde der bisherige Menschenrechtskommissar des Europarates, Thomas Hammarberg, an diesem Dienstag in Berlin mit dem "Europäischen Bürgerrechtspreis" der Sinti und Roma ausgezeichnet. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis soll die Wahrung und Durchsetzung der Bürgerrechte und der Chancengleichheit für die Angehörigen der Sinti und Roma in Europa fördern. Der Schwede Hammarberg war Ende März  aus dem Amt geschieden.

wl/kle (dpa,epd)