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Kultur

Denkmal erinnert an Berliner Luftbrücke

Rosinenbomber sicherten 1948/49 das Überleben in Westberlin. Per Luftbrücke wurde die von der Sowjetunion isolierte Bevölkerung versorgt. Auch in Frankfurt starten die Flugzeuge. Das Denkmal dazu wird jetzt neu enthüllt.

Alle paar Minuten knatterten die Motoren der Flugzeuge im Landeanflug über Westberlin. An Bord hatten sie Nahrung, Kohle und andere lebenswichtige Dinge geladen. Nachdem die Sowjetunion am 24. Juni 1948 alle Straßen, Schienen und Wasserwege in die Westsektoren der von den Alliierten besetzten Stadt gesperrt hatten, glich der Westteil Berlins einer isolierten Insel - mitten in der sowjetischen Besatzungszone. Doch es gab eine Lücke: Drei Luftkorridore nach Westberlin waren den Amerikanern, Franzosen und Briten vertraglich zugesichert worden. Dadurch konnten die Alliierten die Berliner Luftbrücke ins Leben rufen, eine der größten Hilfsaktionen aus der Luft.  

Deutschland Luftbrückendenkmal Flughafen Frankfurt (picture-alliance/dpa/A. Arnold)

Reinigung für den Rosinenbomber am Luftbrückendenkmal

Viele Versorgungsflüge starteten von der Frankfurter Rhein-Main-Base der US-Luftwaffe. Dort erinnert seit 1985 ein Denkmal an die Hilfsaktion. Nachdem die Skulptur jetzt mehrere Monate lang renoviert worden ist, wurde es am Montag (21.11.2016) neu enthüllt. Das Gelände um das Denkmal ist frisch bepflanzt, die beiden Flugzeuge, die an die Versorgungsflüge erinnern, wurden gereinigt.

"Rosinenbomber": Süßigkeiten für das abgeschottete Westberlin

Zu der Enthüllung des Denkmals kam auch der Amerikaner Gail Halvorsen nach Frankfurt. Er war einer der Piloten, die damals die gefährlichen Flüge in die Westsektoren von Berlin durchführten. Mittlerweile ist Halvorsen 96 Jahre alt.

Luftbrücken-Denkmal am Flughafen in Frankfurt Rosinenbomber-Pilot Gail Halvorsen (picture-alliance/dpa/B. Roessler)

Er warf als erster Süßigkeiten über Berlin ab: Gail Halvorsen enthüllte in Frankfurt das neue, alte Luftbrückendenkmal

Vor rund 70 Jahren kam er auf eine Idee, die ihn in die Geschichte eingehen ließ: Halvorsen sah im Juli 1948 am Berliner Flughafen Tempelhof Kinder spielen, wollte er ihnen etwas schenken – aber alles, was er dabei hatte, waren zwei Stück Kaugummi. Das nächste Mal würde er mehr mitbringen, versprach er den Kindern. Halvorsen beschloss, die Süßigkeiten aus dem Flugzeug zu werfen: Er befestigte sie an Taschentüchern, damit sie als kleine Fallschirme langsam zur Erde fielen. Seine Piloten-Kollegen machten es ihm nach – und bis zum Ende der Luftbrücke erhielten so tausende Berliner Kinder insgesamt 20 Tonnen Schokolade, Kaugummi und andere Süßigkeiten. Von den Berlinern wurden die Flugzeuge deshalb "Rosinenbomber" genannt.

Deutschland Luftbrückendenkmal Flughafen Frankfurt (Fraport AG/A. Meinhardt)

Die Rippen des Denkmals stehen für die drei Luftkorridore nach Berlin

Das Ende der Berlin-Blockade

Die sowjetische Regierung wollte mit der Blockade die West-Alliierten zwingen, Berlin politisch ganz aufzugeben. Aber der Plan scheiterte. Nach elf Monaten hob die Sowjetunion die Berlin-Blockade im Mai 1949 wieder auf. Der letzte Flug der US-Luftwaffe startete im September 1949. Insgesamt wurden Millionen Tonnen lebenswichtige Güter in den Westteil Berlins mit seinen damals zwei Millionen Einwohnern geflogen.

ld/hm (dpa/Munzinger)

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