Deniz Yücel meldet sich aus dem Gefängnis | Aktuell Europa | DW | 05.03.2017
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Inhaftierter Journalist

Deniz Yücel meldet sich aus dem Gefängnis

In einer zweiten Nachricht beschreibt der inhaftierte deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel die Bedingungen im Gefängnis Silivri. Seine Familie hat bislang noch keinen Kontakt zu ihm.

Deutschland Deniz Yücel Journalist zu Gast bei Maybrit Illner (Imago/Müller-Stauffenberg)

Deniz Yücel als Gast in der ZDF-Talkshow "Maybritt Illner" (Archivbild)

Die Botschaft erreichte seinen Arbeitgeber, die Redaktion der Zeitung "Welt" am Samstagabend. Deniz Yücel hatte sie Safak Pavey diktiert, die für die Oppositionspartei CHP im türkischen Parlament sitzt und Yücel besuchen durfte. Die "Welt" hat den Text nun in ihrer Online-Ausgabe veröffentlicht.

Yücel beschreibt darin die Haftbedingungen. Er werde gut behandelt, aber das Alleinsein sei "fast schon eine Art Folter". Im Gefängnis Silivri sei er in einer etwa 16 qm großen Einzelzelle untergebracht. Das sei sehr "verstörend", so Yücel weiter. "Aber in jedem Fall sind meine Gesundheit und meine seelische Verfassung gut".

Familie hofft auf Kontakt

Vor dem Treffen mit der Politikerin Pavey seien seine Handflächen auf Botschaften kontrolliert worden, die darauf geschrieben sein könnten. Er solle mit niemanden kommunizieren, hoffe jedoch, dass er bald Post bekommen könne. Das sei aber noch unklar. In einem Interview mit dem SWR erklärte Yücels Cousine Gülsah Yücel, dass die Familie derzeit nur über seine Anwälte mit ihm kommunizieren könne. Eventuell sei es aber seiner Schwester gestattet, ihn in wenigen Tagen im Gefängnis zu besuchen.

Nach Angaben der "Welt" werfen die türkischen Behörden Yücel Proganda für eine terroristische Vereinigung und Volksverhetzung vor. Am Samstag hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan den Journalisten gar als "Agenten" der deutschen Regierung bezeichnet. Das Auswärtige Amt in Berlin wies diese Vorwürfe als "abwegig" zurück.

djo/as (epd, swr.de, welt.de)