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Fußball

Demontiert, vorgeführt, gedemütigt

Ui, ui, ui – was für eine Blamage: Bayern München wurde im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gnadenlos vorgeführt. Nach dem 0:4-Debakel hat der deutsche Rekordmeister kaum mehr eine Chance aufs Weiterkommen.

Yaya Toure (l.) von Barcelona schirmt den Ball vor Bayern Münchens Ze Roberto ab im Champions League-Vierelfinal-Hinspiel. (AP Photo/ David Ramos)

"Barca": Immer ein Schritt voraus

Bayern Münchens Trainer Jürgen Klinsmann schaut bedröppelt: Bisher kann er noch keine achtbaren Erfolge vorweisen. (AP Photo/Eckehard Schulz)

In der Kritik: Trainer Klinsmann

Ob das gut gehen kann – fragten sich viele Fußball-Fans vor dem Spiel mit Blick auf die Aufstellung der Bayern: Ohne Stürmer Miroslav Klose, der nach einer Sprunggelenk-OP noch nicht fit war. Ohne den rechten Abwehrspieler Philipp Lahm, der kurzfristig mit einer verhärteten Wade ausfiel. Ohne Innenverteidiger Lucio, der Probleme mit den Adduktoren hat. Und ohne Innenverteidiger Daniel van Buyten, der bei seinem kranken Vater in Belgien war. Dann überraschte Trainer Jürgen Klinsmann auch noch mit der Torwart-Personalie: Michael Rensing musste auf die Bank, dafür durfte Ersatztorhüter Hans-Jörg Butt ran. Und das gegen die offensivstärkste Mannschaft Europas.

Es ging nicht gut. Schon nach neun Minuten das 1:0 für Barcelona. Die Bayern-Abwehr geht amateurhaft zu zweit auf Passgeber Samuel Eto’o, und lässt Lionel Messi völlig frei im Strafraum. Der schiebt den Ball ungehindert in die linke Ecke. Das zweite Tor folgte nur vier Minuten später. Messi legt auf der linken Seite auf Eto’o ab, und der schießt aus derselben Position wie zuvor sein Teamkollege ins linke Eck. "Wie das Kaninchen vor der Schlange" kritisierte später der Vorstands-Vorsitzender Karl-Heinz Rummenigge.

Offensiv-Trio tanzt Abwehr im Alleingang aus

FC Barcelona's Lionel Messi jubelt über eines seiner Tore. (AP Photo/Manu Fernandez)

Ballkünstler und Torschütze Messi

Barcelona spielte schnell, druckvoll und trickreich, während die Bayern schwerfällig, ideenlos und überfordert wirkten. Die Partie fand fast ausschließlich in der Spielhälfte der Bayern statt. In der 17. Minute hätte es Elfmeter für die Spanier geben müssen, aber Schiedsrichter Webb aus England gibt stattdessen Messi eine Gelbe Karte für eine angebliche Schwalbe, Barca-Trainer Josep Guardiola muss wegen Meckerns auf die Tribüne. Kurze Zeit später trifft Thierry Henry Torwart Butt mit den Füßen unglücklich im Gesicht. Der blutet stark, macht aber weiter.

Das dritte Tor für Barcelona fiel in der 38. Minute. Henry lässt links Massimo Oddo mühelos stehen und passt dann flach vor das Tor. Messi kommt vor Lell an den Ball und grätscht ihn über die Linie. Und es kam noch schlommer: Das 4:0 ließ nicht lange auf sich warten: Diesmal war der Torschütze Henry nach einem Zuspiel von Eto’o.

Nur eine Torchance im ganzen Spiel

Sanitäter verarzten Bayerns Torwart Hans-Jörg Butt, nachdem dieser mit Henry zusammengeprallt war. (AP Photo/Matthias Schrader)

Verletzte sich: Torwart Butt

Die Halbzeitpause tat den Bayern sichtlich gut. Barcelona war zwar immer noch die deutlich dominierende Mannschaft, aber die Gäste standen in der Abwehr ein wenig sicherer. In der 72. Minute hatte die Mannschaft von Jürgen Klinsmann dann ihre erste und einzige richtige Torchance. Aber Zé Roberto wird von Puyol geblockt.

Doch zumindest fiel auch auf der anderen Seite kein Tor mehr. Früh wurden Henry, Yay Touré und zum Schluss dann auch Eto'o ausgewechselt, und Barcelona nahm deutlich das Tempo aus dem Spiel. Das Ergebnis hätte noch gravierender ausfallen können, wenn Barcelona gewollt hätte. Mit dem 0:4 war der deutsche Rekordmeister also am Ende noch gut bedient. Trotzdem: Für den FC Bayern war es eine historische Schmach - so hoch hat der deutsche Vorzeigeclub in der Champions League noch nie verloren.

"Die erste Halbzeit war eine Demontage. Uns wurden die Grenzen aufgezeigt", so das Fazit von Trainer Jürgen Klinsmann. Der steht nach dem DFB-Pokal- und dem vermeintlichen Champions-League-Aus stärker denn je in der Kritik. Doch eine Trainer-Diskussion wollen die Verantwortlichen bei Bayern zu diesem Zeitpunkt nicht: "Ich gehe davon aus, dass er am Samtag gegen Frankfurt auf der Bank sitzt", sagte Rummenigge.

Chelsea gewinnt das englische Duell

Porto's Cristian Rodriguez, left celebrates with team mate Lucho Gonzalez , after scoring a goal against Manchester United during their Champions League quarterfinal first leg soccer match, at Manchester United's Old Trafford stadium in Manchester, England, Tuesday, April, 7, 2009. (AP Photo/ Jon Super)

FC Porto: Zwei Auswärtstore

Im zweiten Mittwoch-Spiel drehte der FC Chelsea einen Rückstand und gewann auswärts in Liverpool 3:1. Bereits am Dienstag hat überraschend der FC Porto bei Manchester United 2:2 gespielt. Damit hat der portugiesische Meister eine sehr gute Ausgangsposition für das Rückspiel in einer Woche. "Das wird eine schwierige Aufgabe“, gestand ManU-Coach Sir Alex Ferguson. Ebenfalls unentschieden, 1:1, trennten sich der FC Villarreal und FC Arsenal. "Wir sind jetzt in einer großartigen Position“, freute sich Arsenal-Coach Arsène Wenger über die Leistung seiner Mannschaft.

Autorin: Sarah Faupel

Redaktion: Benjamin Wüst

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