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Atomwaffenprotest

Demonstration in Berlin gegen Atomwaffen

Zwischen den Botschaften der USA und Nordkoreas haben in Berlin Hunderte Demonstranten vor der Gefahr eines Atomkrieges gewarnt. Der Protest richtete sich auch gegen die deutsche Politik in Sachen Atomwaffen.

In Masken mit den Konterfeis von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un protestierten mehrere hundert Menschen für atomare Abrüstung und gegen die steigende Gefahr eines atomaren Konflikts. Die Friedensaktivisten schoben auch nachgebaute Atombomben in Originalgröße die etwa einen Kilometer lange Strecke zwischen den Botschaften der USA und Nordkoreas in Berlin entlang.

Kritik an deutsche Atomwaffenpolitik

Zu der Demonstration aufgerufen hatte die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) zusammen mit der Organisation IPPNW (Ärzte für die Verhütung eines Atomkrieges) sowie Vertretern anderer Friedens-, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen. Nach Angaben der Veranstalter nahmen etwa 700 Menschen daran teil.

Protestierende in Strahlenschutzanzügen trommeln auf großen Fässern bei der Demonstration gegen atomare Aufrüstung (picture-alliance/NurPhoto/E. Contini)

Lautstarker Protest gegen Atomwaffen vor dem Pariser Platz am Brandenburger Tor

Die Massenvernichtungswaffen gefährdeten die ganze Welt und gehörten deshalb verboten, betonte ICAN-Aktivist Martin Hinrichs. "Der Konflikt auf der koreanischen Halbinsel zeigt, dass der Besitz von Atomwaffen und das Konzept der Abschreckung keine Sicherheit bringen, im Gegenteil", so Hinrichs. IPPNW-Vorsitzender Alex Rosen forderte von der neuen Bundesregierung, "sich nicht zur Unterstützerin der Atomkriegsphantasien von Donald Trump und Kim Jong Un" zu machen.

Breite Zustimmung für Atomwaffenverbot

Die Aktion richtete sich aber nicht nur gegen die Politik der immer wieder unberechenbar agierenden Präsidenten der USA und Nordkoreas sondern auch gegen den bisherigen Umgang der deutschen Politik mit dem Thema Atomwaffen. Die Demonstranten forderten von der künftigen Bundesregierung, dem UN-Vertrag für ein Verbot von Atomwaffen beizutreten und die US-Atombomben aus Deutschland abzuziehen.

Demonstranten in Masken von UN-Generalsekretär Antonio Guterres und Angela Merkel tragen einen symbolischen UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen (picture-alliance/NurPhoto/E. Contini)

Die Demonstranten fordern eine Unterschrift Deutschlands unter den UN-Vertrag

Bei den aktuellen Sondierungsgesprächen für eine künftige Bundesregierung würden allein die Grünen das Atomwaffenverbot unterstützen, während FDP, CDU und CSU einen Beitritt Deutschlands zu dem UN-Vertrag blockieren, kritisierten die Demonstranten. Die Friedensaktivisten verwiesen darauf, dass Umfragen zufolge 71 Prozent der Bundesbürger der Meinung seien, dass die künftige Bundesregierung das Abkommen unterzeichnen sollte.

Rund 15.000 Nuklearsprengköpfe weltweit

Im vergangenen Juli hatten 122 Staaten in den Vereinten Nationen den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen beschlossen. Er verbietet den Einsatz von Atomwaffen ebenso wie deren Herstellung, Besitz, Lagerung und Stationierung. Auch Entschädigungszahlungen für Opfer der Atombombenabwürfe in Japan und von Atomwaffentests sind in den Abkommen vorgesehen.

Plakate auf deutsch, englisch und koreanisch bei der Menschenkette gegen atomare Aufrüstung zwischen den Botschaften der USA und Nordkorea in Berlin (picture-alliance/NurPhoto/E. Contini)

Sorge vor atomarem Konflikt in drei Sprachen

Die neun Atommächte, unter ihnen die USA, Russland und Nordkorea, lehnen den Pakt ab. Auch Deutschland und die meisten anderen NATO-Staaten hatten sich nicht an der Abstimmung beteiligt. Für Deutschland würde ein Beitritt zu dem Abkommen bedeuten, dass die mutmaßlich im rheinland-pfälzischen Büchel stationierten bis zu 20 US-Atombomben abgezogen werden müssten. Die Zahl der Nuklearsprengköpfe weltweit schätzen Rüstungsgegner auf etwa 15.000 Stück.

cw/uh (afp. dpa)

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