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Aktuell Asien

Demonstranten unterstützen Geiselnehmer in Armeniens Hauptstadt Eriwan

Solidarität mit Verbrechern: Regierungsgegner fordern dazu auf, für die Kidnapper auf die Straße zu gehen. Die Geiselnahme in einem Polizeirevier ist politisch motiviert. Eine Galionsfigur soll freigepresst werden.

Spezialkräfte sichern am Sonntag die Umgebung des Tatorts (Foto: dpa)

Spezialkräfte sichern am Sonntag die Umgebung des Tatorts

Um eine spektakuläre Geiselnahme in der Südkaukasus-Republik Armenien zu unterstützen, haben Oppositionelle zu Protesten aufgerufen. Rund 200 Menschen hätten sich im Zentrum der Hauptstadt Eriwan Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert, melden örtliche Medien.

Demnach sollen sich weiterhin rund 25 Geiselnehmer mit einer "großen Anzahl Waffen" in einem nahegelegenen Polizeirevier aufhalten. Sie fordern die Freilassung des inhaftierten Regierungsgegners Schirajr Sefiljan und den Rücktritt von Präsident Sersch Sargsjan. Die armenische Polizei erklärte die Forderungen für "unerfüllbar".

"Steh auf, Armenien!"

Die Angreifer hatten am Sonntagmorgen das Polizeigebäude gestürmt, einen Polizisten getötet und mehrere Menschen gekidnappt, darunter zwei ranghohe Sicherheitsbeamte. Seither wurden mehrere Menschen bei Feuergefechten verletzt. In den vergangenen Stunden hatten die Täter einige Geiseln freigelassen, wie viele sich noch in ihrer Gewalt befinden, ist unklar.

Gepanzerte Fahrzeuge in der Nähe des Polizeireviers, in dem seit Sonntag eine Geiselnahme läuft (Foto: dpa)

Gepanzerte Fahrzeuge in der Nähe der Wache, in der seit Sonntag eine Geiselnahme läuft

Aktivisten der oppositionellen Gruppe "Steh auf, Armenien!" riefen zu Protesten gegen die Regierung auf. Viele Sympathisanten zogen daraufhin vor das Operngebäude auf den Platz der Freiheit, der bei den Bewohnern der Hauptstadt für seine vielen Restaurants und Terrassen beliebt ist. Die Polizei ließ sie jedoch nicht zum Schauplatz der Geiselnahme durch.

Zwischenzeitlich wurden zahlreiche Menschen in Gewahrsam genommen. Der Bürgerrechtler Sefiljan war bereits am 20. Juni wegen illegalen Waffenbesitzes festgenommen worden. Er gilt als Galionsfigur der radikalen Gegner von Präsident Sargsjan. Sefiljan kritisiert vor allem das Vorgehen der Regierung im Konflikt um die Region Berg-Karabach.

jj/cr (dpa, afp)

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