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Deutschland

Demonstranten stoppen Atommüll-Transport

Lange Zeit hielten sich die Demonstrationen rund um Gorleben in Grenzen. Nun ist das Thema Atommüll-Transporte in Deutschland wieder Anlass für gewalttätige Proteste.

Protestplakat am Eingang des Zwischenlager für Atommüll in Gorleben (Quelle: AP)

Protestplakat am Eingang des Zwischenlagers für Atommüll in Gorleben

Kurz vor der letzten Etappe des Atommüll-Transportes nach Gorleben haben die Demonstranten ihre Proteste am Montag (10.11.2008) noch einmal verschärft. Die für den Atommüll-Transport verantwortliche Polizeiführung beklagte eine hohe Gewaltbereitschaft einiger Demonstranten. Die Polizei begann am frühen Montagnachmittag mit der Räumung der Zufahrtsstraße. Demonstranten wurden einzeln von Polizisten weggetragen, weil sie die Straße nicht verlassen wollten. Es blieb zunächst friedlich. Rund 1000 Atomkraftgegner saßen am Mittag noch auf der Zufahrtsstraße zum Zwischenlager.

Letzte Etappe 20 Kilometer

Straßenblockade in Gorleben (Quelle: AP)

Straßenblockade in Gorleben

Die Speziallastwagen mit dem hoch radioaktiven Müll sollten am Nachmittag den Verladebahnhof in Dannenberg verlassen. Sie werden aber erst Richtung Gorleben fahren, wenn die Blockaden aufgelöst sind. Wie lange sie für die letzte Etappe ins gut 20 Kilometer entfernte Zwischenlager in Gorleben brauchen würden, war offen.

Blockaden seit Samstag

Der Gesamteinsatzleiter der Bundespolizei, Thomas Osterroth, sagte, die Atomkraftgegner seien teils mit krimineller Energie vorgegangen, etwa bei Unterhöhlungen von Gleisen. "Das sind Vorgänge, die nicht akzeptabel sind." Noch bevor der Zug in Dannenberg eingetroffen war, sei mit Signalmunition auf Polizeihubschrauber geschossen worden.

Gewalt zwischen Polizei und Demonstranten (Quelle: AP)

Gewalt zwischen Polizei und Demonstranten

Demonstranten versuchten das ganze Wochenende über, die Straßen zum Zwischenlager zu blockieren. Die Atomkraft-Gegner aus ganz Deutschland harrten seit Samstag aus, um den Transport aufzuhalten. In der Nähe ketteten sich acht Demonstranten an Betonpyramiden fest.

Greenpeace: "Behälter lassen mehr durch"

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sorgte mit Strahlenmessungen an den Behältern für Aufregung. Nach ihren Angaben dringt deutlich mehr Neutronenstrahlung durch die Hülle der neuen französischen Atommüll-Behälter als bei den alten Castor-Behältern. Die Strahlung sei eigenen Messungen zufolge um 40 Prozent höher als beim Castor-Transport 2005. Nach Angaben einer Sprecherin des Eisenbahnbundesamtes in Bonn werden die durch das Gefahrengutrecht vorgegebenen Grenzwerte eingehalten.

Der Transport mit insgesamt elf Behältern enthält die Reste alter Brennelemente aus deutschen Kernkraftwerken. Der Müll wurde für die Zwischenlagerung in der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in Frankreich in Container verpackt. Der Sonderzug nach Gorleben startete dort am Freitag. Im Zwischenlager Gorleben stehen bisher 80 Atommüllbehälter. (kas)

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