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Aktuell Amerika

Demonstranten in Chile fordern Wahlversprechen ein

In Santiago haben zehntausende Menschen für tiefgreifende Reformen demonstriert. Sie verlangen eine neue Verfassung und kostenlose Hochschulbildung - so wie es Präsidentin Bachelet im Wahlkampf versprochen hatte.

Zu Zehntausenden marschierten die Demonstranten durch die chilenische Hauptstadt Santiago und erhöhten damit den Druck auf die neue Präsidentin Michelle Bachelet, ihre Wahlzusagen zügig umzusetzen. Auf Spruchbändern forderten die Kundgebungsteilnehmer unter anderem die Einberufung einer Verfassunggebenden Versammlung zur Ausarbeitung einer neuen Landesverfassung, eine kostenlose Schul- und Universitätsausbildung sowie die Selbstbestimmung für die indigenen Völker in dem südamerikanischen Land. Es war die erste große Demonstration seit der Amtseinführung Bachelets am 11. März.

Rangeleien mit der Polizei

Zu der Aktion hatte ein breites Bündnis von über 40 Sozialverbänden, Umwelt- und indigenen Gruppen sowie Schüler- und Studentenverbänden aufgerufen. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich rund 150.000 Menschen, die Polizei gab die Teilnehmerzahl mit 25.000 an. Die Konföderation der Studierenden, die unter Bachelets konservativem Vorgänger Sebastián Piñera zehntausende Menschen für die Forderung nach einer kostenfreien Hochschulbildung auf die Straße gebracht hatte, nahm an dem Marsch nicht teil. Am Rande kam es zu einzelnen Rangeleien zwischen vermummten Demonstranten und der Polizei. 50 Personen wurden vorübergehend festgenommen.

Hohe Erwartungen

Die Bürger Chiles knüpfen große Erwartungen an die zweite Amtszeit Bacheets, die schon von 2006 bis 2010 Präsidentin war. Im Wahlkampf hatte die 62-jährige Sozialistin grundlegende Reformen versprochen. Eine kostenfreie Hochschulbildung sowie Steuererhöhungen stehen auf ihrer Agenda. Außerdem will sie die Verfassung des südamerikanischen Landes modernisieren, die noch aus der Ära des verstorbenen Diktators Augusto Pinochet von 1973 bis 1990 stammt.

uh/SC (rtr,epd)