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Welt

Demonstranten fordern Reformen

In Syrien und im Jemen haben wieder tausende Menschen für politische Reformen demonstriert. Die Machthaber zeigten sich weiter unerbittlich. In Syrien gab es wieder Tote.

Regierungsgegner protestieren im Jemen (Foto: dapd)

Regierungsgegner protestieren im Jemen

Trotz der jüngsten Drohgebärden von Präsident Baschar al-Assad sind mehreren syrischen Städten am Freitag (01.04.2011) nach dem islamischen Gebet in den Moscheen wieder Tausende auf die Straße gegangen, um bürgerliche Freiheiten und die Achtung der Menschenrechte zu fordern.

Journalisten werden behindert

Nach Agenturberichten schossen Polizeikräfte in Al-Sanamien bei Daraa und in Duma, einem Vorort von Damaskus, auf die Demonstranten. Nach unterschiedlichen Angaben syrischer Bürgerrechtler wurden bis zu zwölf Menschen getötet. Aus unabhängiger Quelle konnten die Angaben jedoch nicht bestätigt werden. Die syrischen Medien unterliegen strengen Restriktionen. Ausländische Journalisten wurden angewiesen, Damaskus nicht zu verlassen. Zwei Reporter der Agentur AP und eine Journalistin eines türkischen Senders wurden von den syrischen Behörden des Landes verwiesen.

Solidarität auf Zypern: Demonstranten vor der syrischen Botschaft (Foto:dapd)

Solidarität auf Zypern: Demonstranten vor der syrischen Botschaft

Aktivisten hatten zu einem landesweiten "Tag der Märtyrer" aufgerufen, um der mindestens 70 Menschen zu gedenken, die seit Beginn der Proteste vor zwei Wochen von der Polizei getötet worden waren. Seit dem 18. März gehen Regierungsgegner vor allem in der Stadt Daraa regelmäßig für politische Reformen auf die Straße. Eine Kernforderung ist die Aufhebung des seit fast 50 Jahren geltenden Ausnahmezustands.

Assad sieht "Verschwörer"

Am Mittwoch hatte der als Nachfolger seines Vaters seit elf Jahren autoritär regierende Assad in einer Rede an die Nation „Verschwörer“ für die Demonstrationen verantwortlich gemacht. Diese versuchten, Syrien zu zerstören, erklärte Assad vor dem Parlament. Den Ausnahmezustand hob er nicht auf.

Massenproteste im Jemen

Demonstranten fordern Präsident Saleh auch auf mit einem Poster zum Rücktritt auf (Foto: dapd)

Demonstranten fordern Präsident Saleh auch auf mit einem Poster zum Rücktritt auf

Im Jemen haben erneut Hunderttausende auf Demonstrationen in mehreren Städten den Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Saleh gefordert, der das ärmste arabische Land seit 32 Jahren regiert. Im Gegenzug mobilisierte Saleh rund 10.000 seiner Anhänger. Auf einer Kundgebung in der Hauptstadt Sanaa ließ er keinerlei Bereitschaft zum Rücktritt erkennen. In eine Rede rief Saleh seinen Anhängern zu: "Ich schwöre Euch, dass ich mein Blut und meine Seele und alles mir Kostbare für das Wohl dieses Volkes opfern werde." Anders als bei früheren Protesttagen kam es diesmal nicht zu blutigen Auseinandersetzungen. Um eine Zuspitzung zu verhindern, sagte die Opposition einen Marsch zum Präsidentenpalast ab.

Neue Demonstrationen wurden auch aus dem Golfstaat Oman gemeldet. Nach Augenzeugenberichten setzte die Polizei Tränengas gegen hunderte Menschen ein, die die Freilassung von Demonstranten forderten, die Anfang der Woche bei Razzien festgenommen worden waren.

Autor: Michael Wehling (dpa/dapd/afp/rtr)
Redaktion: Gerd Winkelmann

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