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Politik

Demonstranten besetzen weiteren Flughafen in Bangkok

Die Lage in Thailand bleibt dramatisch. Die Regierungsgegner haben einen zweiten Flughafen in der Hauptstadt Bangkok besetzt und zur Schließung gezwungen. Tausende Reisende sitzen weiter fest.

Regierungsfeindliche Demonstranten am Donnerstag auf dem Internationalen Flughafen in Bangkok(Foto: AP)

Regierungsfeindliche Demonstranten am Donnerstag auf dem Internationalen Flughafen in Bangkok

Die Demonstranten der Volksallianz für die Demokratie (PAD) blockierten in der Nacht zu Donnerstag (27.11.2008, Ortszeit) den Zugang zum Don-Mueang-Flughafen, wie ein Sprecher des Airports mitteilte. Der Flugbetrieb sei daher zunächst bis zum Abend eingestellt worden.

Der für Inlandsflüge genutzte Flughafen war nach der Blockade des Internationalen Flughafens am Dienstagabend der einzige, über den noch Flüge von und nach Bangkok möglich waren. Die Belagerung des Internationalen Airports dauert derweil weiter an. Hunderte Flüge mussten abgesagt werden, Tausende Urlauber sitzen fest.

Unnachgiebigkeit auf beiden Seiten

Thailands Ministerpräsident Somchai Wongsawat (Quelle: AP)

Ihn wollen die Demonstranten aus dem Amt jagen: Regierungschef Somchai Wongsawat

Ziel der Regierungsgegner war es zu verhindern, dass Kabinettsmitglieder zu einem Treffen mit Ministerpräsident Somchai Wongsawat nach Chiang Mai im Norden Thailands fliegen.

Somchai, der am Mittwoch von einer Auslandsreise zurückkehrte, umging Bangkok und landete auf einem Militärflughafen im Norden des Landes. Die einflussreichen Streitkräfte sprachen sich für Neuwahlen zur Beilegung der seit Monaten andauernden Krise aus. Dies wurde aber sowohl von Regierungschef Somchai als auch von den Demonstranten zurückgewiesen.

Die von Unternehmern und der Elite des Landes unterstützten Regierungsgegner fordern den umgehenden Rücktritt Somchais. Solange dies nicht geschehe, werde die Blockade fortgesetzt. Sie werfen dem Ministerpräsidenten vor, nur eine Marionette seines gestürzten und ins Exil getriebenen Amtsvorgängers Thaksin Shinawatra zu sein. Somchai erklärte in einer Fernsehansprache, seine Regierung sei demokratisch legitimiert und werde ihre Arbeit fortsetzen.

Militärs schließen Putsch aus

Ein Gericht in Bangkok hatte die Demonstranten zuletzt aufgefordert, die Belagerung des Internationalen Flughafens zu beenden. Zuvor hatte schon Heereschef Anupong Paochinda nach einer Dringlichkeitssitzung der Militärführung die umgehende Räumung des Airports verlangt. Die Möglichkeit eines Militärputsches schloss er aber aus.

Die Streitkräfte wollten auch keinen Druck auf die Regierung ausüben, sagte Anupong. Die oppositionelle PAD hatte sich um eine Einschaltung der Streitkräfte bemüht. Sie wird von Unternehmern und der Elite des Landes unterstützt.

Auswärtiges Amt rät von Flügen nach Bangkok ab

Gestrandete Reisende auf dem Flughafen von Bangkok (Foto: AP)

Nichts geht mehr: erschöpfte Reisende

Das Auswärtige Amt riet wegen der politischen Krise von Flügen zum Internationalen Flughafen von Bangkok (Suvarnabhumi) ab. In einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung hieß es, zu Übergriffen und Gefährdungen von Touristen und Ausländern sei es aber noch nicht gekommen.

In den nächsten Wochen müsse in Bangkok aber mit weiteren möglicherweise gewaltsamen Demonstrationen gerechnet werden. Diese seien zu meiden, um sich nicht dem Risiko eventueller Sprengstoffanschläge auszusetzen.

Urlaubsregionen nicht betroffen

Die Urlaubsgebiete im Süden Thailands seien von der politischen Auseinandersetzung bisher nicht betroffen, erklärte das Auswärtige Amt weiter. In die Urlaubergebiete um Phuket fanden auch weiterhin Direktflüge statt, Flugreisen über Bangkok wurden indessen storniert, wie Deutsche Reiseveranstalter mitteilten.

Unter der Telefonnummer +49(0)30-5000600601 hält das Auswärtige Amt in Berlin Informationen für Reisende zu den Unruhen in Thailand bereit. Außenamtssprecher Jens Plötner verwies auch auf die Reisenhinweise im Internet. Grundsätzlich riet Plötner deutschen Reisenden, die sich in Thailand aufhielten oder von dort abfliegen wollten, nicht zum Flughafen zu fahren, sondern sich mit ihrem Reiseveranstalter oder der Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen. (hp/gri)

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