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Politik

Demonstranten besetzen Amtssitz des thailändischen Regierungschefs

In Thailand haben zehntausende Demonstranten in militanten Protesten den Rücktritt von Ministerpräsident Samak Sundaravej gefordert. Er warnte vor einem "Blutvergießen".

Demonstranten steigen über Zaun (AP Photo/Sakchai Lalit)

Die Demonstranten ließen sich nicht aufhalten

Demonstranten in Thailands Regierungsviertel (AP Photo/Sakchai Lalit)

Demonstranten in Thailands Regierungsviertel

Die Demonstranten stürmten am Dienstag (27.08.2008) den staatlichen Fernsehsender NBT, drangen ins Regierungsviertel von Bangkok ein und umstellten mehrere Ministerien, wie Polizei und Augenzeugen berichteten. Auch der Amtssitz von Sundaravej wurde besetzt. Ein Versuch von rund 500 Polizisten, die Demonstranten mit einem Schlagstockeinsatz zu vertreiben, scheiterte.

Samak hielt sich in einem Militärkomplex außerhalb von Bangkok auf. Er warnte die Demonstranten vor einem "Blutvergießen". Die Polizei werde entschlossen gegen sie vorgehen, um so schnell wie möglich Normalität wiederherzustellen.

Bildausfall

Die Demonstranten versammelten sich im Morgengrauen im Regierungsviertel von Bangkok, drangen zum Sitz des Ministerpräsidenten sowie zum NBT-Sitz vor und umstellten Berichten thailändischer Fernsehsender zufolge mindestens drei Ministerien, zudem die Behörde für Öffentlichkeitsarbeit und das Polizeihauptquartier der Hauptstadt. Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstranten auf 20.000, ein Regierungssprecher sprach von 30.000.

NBT zeigte zunächst Bilder von Demonstranten, welche die Sperren vor dem Sitz des Senders überrannten, anschließend fiel vorübergehend das Bild aus. Der Anführer eines Bündnisses von regierungskritischen Gruppen erklärte den Sender für besetzt. Die Polizei beendete die Aktion und nahm 80 Demonstranten fest.

Nur ein Ziel: Sturz des Regierungschefs

Tausende weitere Demonstranten marschierten Fahnen schwingend durch das Regierungsviertel und blockierten die Zugänge zu den Ministerien. Die meisten Demonstranten sind Anhänger der Volksallianz für Demokratie (PAD), die seit Mai gegen die Regierung von Samak Sundaravej vorgeht und deren Sturz anstrebt. Die PAD besteht zumeist aus konservativen Befürwortern der Monarchie.

Samak Sundaravej (AP Photo/Apichart Weerawong)

Samak Sundaravej

Die Demonstranten warfen dem Regierungschef vor, eine Marionette seines im September 2006 in einem unblutigen Putsch königstreuer Generäle abgesetzten Vorgängers Thaksin Shinawatra zu sein; sie waren als Zeichen der Treue zum thailändischen König vielfach in Gelb gekleidet.

Ultimatum

Die Polizei setzte den Demonstranten ein Ultimatum. Sie müssten bis zum Abend das Regierungsviertel verlassen, andernfalls würden sie dazu gebracht, sagte ein Polizeisprecher.

Der wegen Korruption angeklagte Ex-Regierungschef Thaksin entzieht sich im britischen Exil einem Prozess in seiner Heimat. Der Milliardär müsste sich wegen Korruption und Amtsmissbrauch in einem Dutzend Fällen verantworten. Bei einem Schuldspruch drohten ihm bis zu 13 Jahre Haft. Seine Anhänger hatten bei den Parlamentswahlen einen klaren Sieg errungen und stellen seit Januar die Regierung in Bangkok. (mas)

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