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Aktuell Deutschland

Demokratiepreis für "Reporter ohne Grenzen"

Wenn die (zu) Mächtigen dieser Welt Journalisten mundtot machen wollen, versucht diese Organisation, die Kollegen zu schützen und zu unterstützen. Dafür erhielt sie nun den "Internationalen Demokratiepreis Bonn".

Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" hat den Internationalen Demokratiepreis Bonn erhalten. Die von der Journalistenorganisation verteidigte Meinungsfreiheit sei ein wichtiger Teil der demokratischen Entwicklung, begründete der Vorstandsvorsitzende des Vereins Internationaler Demokratiepreis Bonn, Erik Bettermann, die Entscheidung der Jury. Bettermann war bis 2013 Intendant der Deutschen Welle. Der Generalsekretär der internationalen Dachorganisation "Reporters sans frontières International", Christophe Deloire, nahm die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung bei einem Festakt in Bonn entgegen.

"Wir dürfen uns nicht abwenden"

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier würdigte die Arbeit der Organisation in einer Videobotschaft. "Freiheit und Demokratie brauchen ganz fundamental das offene Wort und den unverstellten Blick", sagte er. "Wir dürfen uns nicht abwenden, wenn Menschen in Syrien millionenfach vertrieben werden, wenn Milizen auf der Krim auftauchen, wenn Ebola in Westafrika ganze Gesellschaften ins Wanken bringt." Unerschrockene Journalisten auf der ganzen Welt, die oft unter gefährlichen Bedingungen arbeiteten, leisteten einen wichtigen Beitrag, um Zusammenhänge und Beweggründe hinter Taten zu verstehen, sagte der Außenminister.

"Reporters sans frontières"-Generalsekretär Deloire nannte den Preis eine Ermunterung, die die Stimme seiner Organisation stärke. "Reporter ohne Grenzen" setzt sich weltweit für die Pressefreiheit ein und unterstützt Journalisten, die wegen ihrer Arbeit bedroht werden. Allein in diesem Jahr seien bislang 58 Journalisten aufgrund ihrer Tätigkeit getötet worden, sagte Deloire.

Erste Auszeichnung für eine Organisation

Erstmals wurde eine Organisation ausgezeichnet. Frühere Preisträger sind der ehemalige tschechische Staatspräsident Vaclav Havel, die iranische Menschenrechtsanwältin Shirin Ebadi und Yadh Ben Achour, Präsident der ersten verfassungsgebenden Kommission Tunesiens.

Den Internationalen Demokratiepreis Bonn verleiht der gleichnamige Verein alle zwei Jahre für besonderes Engagement für Demokratie, Frieden und Völkerverständigung. In Anlehnung an den Internationalen Demokratiepreis vergibt die Bundeszentrale für politische Bildung zeitgleich den mit 3.000 Euro dotierten Jugenddemokratiepreis. Er ging in diesem Jahr an das Projekt "Youth Changemaker City Solingen". Das Projekt will junge Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren an der Entwicklung der Stadt beteiligen. Insgesamt hatten sich für diese Auszeichnung 65 Initiativen beworben.

sti/qu (kna, epd)

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