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"Demokratie im Irak ist möglich"

Bonn - "Eine Demokratie im Irak ist möglich." Mit diesen Worten eröffnete der Journalist und Schriftsteller Hussain Al-Mozany am Donnerstag, 29. Juli, im Bonner Funkhaus eine Podiumsdiskussion über die Zukunft des Irak.

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Hussain Al-Mozany, DW-Chefredakteur Miodrag Soric und Peter Philipp, Nahostexperte und Chefkorrespondent von DW-RADIO (v.l.) diskutierten die Zukunft des Irak


Allerdings, so Al-Mozany weiter, sei der Aufbau demokratischer Strukturen ein außerordentlich schwieriger Prozess, denn die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Grundlagen für eine Demokratie seien im Irak derzeit nicht vorhanden.

Diese Einschätzung teilte auch Peter Philipp, Nahostexperte und Chefkorrespondent von DW-RADIO. Der Irak könne durchaus ein demokratisches Land werden. Doch zunächst sei eine Verbesserung der Sicherheitslage notwendig. Den extremistischen Gruppen, die das Land mit Gewalt ins Chaos stürzen wollten, müsse der Nährboden entzogen werden. Die Bevölkerung des Irak müsse Vertrauen in den Wiederaufbauprozess gewinnen.

Al-Mozany, der seit Jahren in Deutschland im Exil lebt, hat im März dieses Jahres seine Heimat erstmals wieder besuchen können. Das Land stehe an einem Scheideweg, berichtete er in der DW. Al-Mozany kritisierte die Vetternwirtschaft und Verantwortungslosigkeit vieler irakischer Politiker, die nur in die eigene Tasche wirtschafteten. Der Irak dürfe nicht sich selbst überlassen werden, das Land brauche massive Unterstützung der internationalen Staatengemeinschaft.

Deutschen Welle-Chefredakteur Miodrag Soric, der die Veranstaltung moderierte, warf die Frage auf, welche Rolle die westlichen Länder dabei spielen könnten. Die demokratischen Länder hätten die Pflicht, dem Irak zu helfen, meinte Al-Mozany. Allerdings müsse auch gesehen werden, dass der Irak in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit dem Westen gemacht habe. Das Misstrauen gegenüber demokratischen Staaten sei groß, nicht zuletzt auch deshalb, weil diese autoritäre Regime in der arabischen Welt unterstützten. Dies sei das falsche Signal.

Peter Philipp entgegnete, die Kritik dürfe sich nicht gegen die Demokratie als Staatsform richten. Wenn Regierungen der westlichen Länder in der Vergangenheit Fehler gemacht hätten, dann sei daran nicht das demokratischen System schuld. Zudem sei es richtig und wichtig, dass demokratische Länder auch mit autoritären Regimen sprechen und Verhandlungen führen.

  • Datum 03.08.2004
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  • Permalink http://p.dw.com/p/5OHA
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Martina Bertram

T +49.228.429-2055 martina.bertram@dw.com