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Welt

Demokraten-Parteitag: 75.000 Teilnehmer erwartet

Auf dem Parteikonvent der US-Demokraten wollen die einstigen Rivalen um die Präsidentschaftskandidatur, Hillary Clinton und Barack Obama, ihre Eintracht beweisen. Doch die Clinton-Anhänger spielen nicht recht mit.

Barack Obama zeigt, wo es lang geht (AP Photo/Andy King)

Weil er bei zu vielen als elitär gilt, gibt Barack Obama sich nun etwas bescheidener

Barack u. Michelle Obama umarmen sich (AP Photo/Jae C. Hong)

Obamas Frau Michelle hält die Eröffnungsrede (Archivfoto)

Der viertägige Parteikonvent soll am Montagnachmittag (25.08.2008, 23.00 Uhr MESZ) in Denver offiziell eröffnet werden. An jedem Tag des Parteitags ist eine Hauptrede geplant: am Montag Barack Obamas Frau Michelle, am Dienstag die New Yorker Senatorin Hillary Clinton und am Mittwoch Senator Joe Biden, der von Obama als Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten berufen wurde. Zum Abschluss des Parteitags ist dann im Anschluss an die offizielle Wahl des Präsidentschaftskandidaten die programmatische Rede Obamas geplant.

Neue Bescheidenheit

Vor Beginn des Parteitags wandte Obama sich gegen überhöhte Erwartungen hinsichtlich seiner Antrittsrede. Er habe die Arbeit daran noch nicht abgeschlossen, sagte der Senator am Sonntag. Er werde vielleicht nicht so gut wie die anderen drei Hauptredner sein, sagte Obama. "Aber hoffentlich werden die Alternativen deutlich, die das amerikanische Volk im November haben wird." Für die Republikaner kandidiert der Senator John McCain.

Vor Journalisten scherzte Obama, dass er eigentlich nur deswegen US-Präsident werden wolle, damit seine beiden Töchter Malia und Sasha dann vom Secret Service beschützt würden, wenn sie ihren ersten Freund hätten.

45 Jahre nach "I Have a Dream"

Der Erwartungsdruck auf Obama ist hoch. Als erster demokratischer Präsidentschaftskandidat dunkler Hautfarbe wird er von 75.000 Zuhörern in einem Stadion in Denver und 20 Millionen an den Fernsehgeräten genau beobachtet. Zusätzliches Gewicht erhält die Rede noch dadurch, dass ihr Termin auf den 45. Jahrestag der Rede von Martin Luther King mit den Worten "I Have a Dream" fällt.

Hillary Clinton (AP Photo/Ron Edmonds)

Hillary Rodham Clinton

Clinton will ihre Delegiertenstimmen während des Parteitags Obama übergeben und so ein Zeichen für die Einigkeit der Demokraten setzen. Wie aus Parteikreisen verlautete, will sie die von ihr in den Vorwahlen gewonnenen Delegierten am Mittwoch von ihrer Abstimmungsverpflichtung entbinden. Die Frau von Ex-Präsident Bill Clinton hatte sich nach fünf Monaten eines erbitterten innerparteilichen Wahlkampfs erst am 3. Juni geschlagen geben müssen.

Einen Tag vor Beginn der "National Convention" demonstrierten in Denver rund 1000 Menschen gegen den Irak-Krieg. Für die Zeit des Parteitags bis Donnerstag wurden mindestens fünf Demonstrationen angemeldet. Organisiert werden sie von dem Bündnis "Recreate 68". Dessen Name erinnert an die schweren Unruhen beim Parteitag der Demokraten vor 40 Jahren in Chicago.

Obama verliert an Zustimmung

Laut der jüngsten Umfrage des Senders NBC sind derzeit nur 52 Prozent von Clintons Anhängern zur Stimmabgabe für Obama bereit. Ein Fünftel will derzeit für dessen Gegenkandidaten John McCain stimmen.

Nach einer neuen Umfrage des TV-Senders CNN liegen Obama und McCain gleichauf bei 47 Prozent der Wählerstimmen. Noch vor einem Monat habe Obama mit sieben Prozentpunkten deutlich vorn gelegen, berichtete CNN vor Beginn des Nominierungsparteitags der Demokraten. Hauptursache für den Rückgang bei Obama sei die Unzufriedenheit unter den Anhängern der Ex-First-Lady Hillary Clinton, die bei den Vorwahlen der Demokraten gegen Obama knapp unterlegen war. Laut CNN erklärten 27 Prozent der Clinton-Anhänger, bei der Präsidentwahl im November nicht für Obama, sondern für McCain stimmen zu wollen. Noch Ende Juni hätten lediglich 16 Prozent damit gedroht, für den Republikaner zu votieren.

Zur Enttäuschung vieler Clinton-Anhänger hatte Obama die Kandidatur für die Vizepräsidentschaft am Wochenende seinem Senatskollegen Joe Biden angeboten. Im Clinton-Flügel der Partei hatte es Hoffnungen gegeben, dass er dafür seine Vorwahlgegnerin auswählen würde.

Die gegnerischen Republikaner versuchten, aus den früheren Spannungen zwischen Obama und Clinton politisches Kapital zu schlagen. Präsidentschaftskandidat John McCain ließ einen Fernsehspot schalten, der an Clintons scharfe Kritik in der Vorwahlsaison erinnerte. Obama habe Clinton bei der Vize-Kür übergangen, weil sie "die Wahrheit gesagt" habe über seine politische Schwäche, hieß es darin. New Yorks republikanischer Ex-Bürgermeister Rudolph Giuliani sagte dem Sender ABC, mit einer Nominierung Clintons hätte Obama "eine starke Entscheidung" treffen können: "Sie hatte 50 Prozent der Demokratenstimmen bekommen, und man musste sich schon außerordentlich mühen, sie als Vizekandidatin zu vermeiden." (mas)

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