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Ostmitteleuropa

Demographen schlagen Alarm

– In der Slowakei werden immer weniger Kinder geboren

Bratislava, 29.5.2002, RADIO SLOWAKEI, deutsch

Im Vorjahr sind zum ersten Mal in der modernen Geschichte der Slowakei mehr Menschen gestorben als geboren. Die Zahl der lebendgeborenen Kinder war um 844 niedriger als die Zahl aller Verstorbenen. Die Gesamtzahl der Bevölkerung erhöhte sich zwar gering, aber nur dank den Immigranten.

Die Demographen schlagen Alarm. "Es ist wahrscheinlich das letzte Jahr, in dem die Slowakei einen Zuwachs verzeichnete", sagt Demograph Peter Mach. Laut Fachleuten sollte man mit dieser Änderung rechnen, denn in ein paar Jahren kann das Aussterben zu einem ernsthaften Problem werden. Die Schulen werden leer sein, die Sozial- und Gesundheitsanstalten für ältere Leute dagegen überfüllt.

In der Populationsentwicklung überholte die Slowakei auch die pessimistischsten Prognosen, behaupten die Demographen. Im Jahre 1996 bereitete das Statistikamt auch eine optimistische Version der Entwicklung vor. "Die reale Entwicklung ist aber noch schlimmer, als im pessimistischen Szenario vorausgesetzt wurde. Man kann vermuten, dass von Jahr zu Jahr der Bevölkerungsrückgang immer markanter sein wird", meint der Demograph Michal Olexa.

Im Bereich der Populationsentwicklung nähert sich die Slowakei Westeuropa. Man vermählt sich zwar später, doch die Zahl der Scheidungen wird immer höher. Auf 100 Eheschließungen fallen bis zu 41 Scheidungen. Auch das Alter der Mutter, die zum ersten Mal ein Kind bekommt, steigt an. In den Familien gibt es weniger Kinder. Die Zahl der Abtreibungen sank, auf 100 lebendgeborene Kinder entfallen 44,4 Abtreibungen. (ykk)

  • Datum 29.05.2002
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