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Politik

Demjanjuk: Abschiebung nach Deutschland

Ein Eilantrag vor einem Berliner Gericht gegen die Abschiebung wurde abgelehnt. In der Nacht zum Dienstag soll der mutmaßliche NS-Kriegsverbrecher ausgeflogen werden.

Porträt von John Demjanjuk (Foto: undatiertes Archivbild)

John Demjanjuk wird Beihilfe zum Mord an 29.000 Juden vorgeworfen

Der 89-jährige John Demjanjuk wird von Cleveland nach München fliegen. Sein deutscher Anwalt Ulrich Busch sagte der Nachrichtenagentur AP, Demjanjuk werde ziemlich sicher am Dienstagvormittag (12.05.2009) in München landen, "so gegen 11.00 Uhr". Das Oberverwaltungsgericht in Berlin hatte am Montag den Antrag des Sohnes von Demjanjuk abgelehnt, seinen staatenlosen Vater nicht in Deutschland aufzunehmen.

Auch US-Gerichte lehnten Einspruch ab

Demjanjuk hatte sich seit Wochen in den USA gegen seine Abschiebung gewehrt und den Obersten Gerichtshof in Washington eingeschaltet, wo in der vergangenen Woche die maßgebliche Entscheidung gefallen ist, die jetzt mit der Abschiebung vollzogen wird. Die amerikanischen Behörden hatten am Freitag den 89-jährigen aufgefordert, sich auf einer Dienststelle in Cleveland zu melden. Dort lebt Demjanjuk in einem Vorort.

Nach der Landung in U-Haft

Die Staatsanwaltschaft München will den gebürtigen Ukrainer John (Iwan) Demjanjuk wegen Beihilfe zum Mord an 29.000 Juden im Vernichtungslager Sobibor vor Gericht stellen. Er soll gleich nach der Landung dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, der ihm den Haftbefehl eröffnen wird. Anschließend soll er in das Untersuchungsgefängnis Stadelheim gebracht werden. Demjanjuk bestreitet die Vorwürfe und versuchte wochenlang mit immer neuen juristischen Mitteln, seine Abschiebung zu verhindern.

Arzt im Flugzeug

Demjanjuk wird von drei Personen aus einem Rollstuhl gehoben (Foto: dpa)

Ein Video sollte Demjanjuks schlechten Gesundheitszustand demonstrieren

Die Maschine, mit der Demjanjuk nach Deutschland gebracht wird, ist extra gechartert worden. An Bord sollen Kinikgeräte sowie eine Sauerstoffmaschine und ein Defibrillator sein, außerdem werden ein Arzt und ein Pfleger den Flug begleiten. Während der juristischen Auseinandersetzung hatten Demjanjuks Anwälte immer wieder auf seinen schlechten Gesundheitszustand hingewiesen und eine Abschiebung sogar mit Folter verglichen.

(fab/sam/dpa/ap)

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