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Afrika

Dem Tod geweiht

Nach dem Haftbefehl aus Den Haag hat der Sudan die Helfer der Ärzte ohne Grenzen aus Darfur vertrieben und den Flüchtlingen jede Hoffnung auf Hilfe genommen.

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Opfer politischer Schachzüge: Flüchtlinge in Darfur

"Wir verurteilen diese Entscheidung. Für uns gibt es den Internationalen Gerichtshof nicht und uns interessiert auch nicht, was er sagt."

Deutlicher hätte der UN-Botschafter des Sudan, Abdalmahmud Abdalhaleem Mohamad, die Gleichgültigkeit des Baschir-Regimes nicht ausdrücken können. Die Regierung in Khartoum hatte schon ein paar Stunden vor dem Haftbefehl aus Den Haag die ersten Schikanen gegen westliche Helfer verkündet. Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" musste etliche Hilfsprojekte in Darfur schliessen. "Eine Katastrophe für die Flüchtlinge dort," sagt Frank Dörner, der Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Deutschland. "Unsere Leute mussten sich umdrehen und ihre Schützlinge zurücklassen. Viele von ihnen werden sterben, weil in den Lagern die gefährliche Meningitis ausgebrochen ist und wir die einzige Gesundheitsversorgung dort anbieten."

Das Dorf der ewig Gestrigen

Südafrikas Buren fühlen sich nicht mehr wohl im Land. Waren sie früher diejenigen, die vom Apartheidsregime profitiert haben, fühlen sie sich heute ausgegrenzt von der schwarzen Bevölkerung. Die Liste der Klagen ist lang: Burische Geschichte und Kultur würden zur Karikatur verzerrt in neuen Schulbüchern; bei der Vergabe von Arbeit und Wohnungen würden Schwarze bevorzugt.

350 Jahre ist es her, das religiös verfolgte Holländer und Franzosen Zuflucht in Südafrika suchten. Als traumatisiertes Volk bauten sie in ihrer neuen Heimat selbst ein durch und durch ungerechtes System auf - die Apartheid. Nach deren Ende vor 15 Jahren haben Hunderttausende Buren Südafrika verlassen. Andere arrangieren sich eher widerwillig mit der neuen Zeit; viele jedoch träumen noch immer von einem neuen Staat für ihr Volk. Einige haben sich daran gemacht, ihn aufzubauen – in Orania, einem Städtchen mitten in der Wüste. Dort bleiben die Weissen unter sich und bestärken sich gegenseitig in ihren Vorurteilen. Schwarze sieht man hier nicht.

Redaktion: Nicola Reyk

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