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Aktuell Welt

Dem Irak Verbrechen an Zivilisten vorgeworfen

Das brutale Vorgehen der Terrormiliz IS schockiert die Welt. Möglicherweise begehen aber auch irakische Truppen im Kampf gegen den IS schwere Verbrechen an Zivilisten. Das berichten Augenzeugen "Human Rights Watch".

Mindestens 3000 Einheimische seien in den vergangenen Monaten in der westirakischen Provinz Dijala vertrieben worden, berichtete die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" (HRW). Viele ihrer Häuser seien in Brand gesteckt oder anderweitig zerstört worden. Die Augenzeugen berichteten zudem von Schüssen und Entführungen.

Auch auf Hinrichtungen gebe es Hinweise: Ende Januar verschwanden 72 Menschen aus dem Dorf Barwana. HRW untersuche gegenwärtig, ob sie Opfer einer Massenexekution wurden.

Bei den Zivilisten handelt es sich laut HRW um sunnitische Iraker. Die Region Dijala war im Juni von IS-Kämpfern überrannt worden. Seither kämpfen irakische Soldaten und freiwillige Milizen gegen die Dschihadisten. Bei den Milizionären handelt es sich vor allem um Schiiten. "Die irakischen Zivilisten werden erst vom IS traktiert, später dann noch mal von den regierungstreuen Milizen, die die Region zurückerobern", sagt Joe Stork, HRW-Nahost-Beauftragter.

chr / SC (dpa)