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Wissen & Umwelt

Delphin-Mütter erhalten Hilfe von Freundinnen

Bei frei lebenden Großen Tümmlern hängt erfolgreiche Jungenaufzucht nicht nur von genetischen, sondern auch von sozialen Faktoren ab.

Delfin-Baby Dolly schwimmt mit ihrer Mutter Delphi (Foto: AP)

Wenn andere mithelfen, ist die Aufzucht einfacher

Delphinweibchen ziehen ihre Jungen nämlich erfolgreicher auf, wenn sie Unterstützung von anderen Weibchen erhalten. Dies hat eine internationale Gruppe von Delphin-Verhaltensforschern in einer groß angelegten Studie erstmals nachweisen können.

Dass der Fortpflanzungserfolg im Tierreich von vererbten genetischen Merkmalen abhängt, war bereits vorher in mehreren Studien nachgewiesen worden. Für ihre Forschungen haben die Wissenschaftler nun erstmals genetische Faktoren gepaart mit sozialen betrachtet und dabei festgestellt, dass beides ineinander greift und voneinander abhängt. Die neuen Erkenntnisse wurden dank der 25-jährigen Arbeit eines internationalen Teams von Verhaltensforschern an Indopazifischen Großen Tümmlern in Shark Bay, Australien ermöglicht. Seit mehr als zehn Jahren werden an dieser Tümmler-Population auch genetische Analysen durchgeführt. So konnten im Laufe der Jahre genetische Profile von hunderten von Tieren erstellt werden.

Delphine (Foto: AP)

Bis heute ist es noch nicht vollständig klar, weshalb bei gewissen Arten die Weibchen auf Hilfe bei der Jungenaufzucht angewiesen sind. Bei Orang-Utans beispielsweise, deren Sozialstruktur der der Delphine in gewissem Maß ähnelt, kommen die Mütter bei der Jungenaufzucht alleine zurecht. Eine mögliche Erklärung für die gegenseitige Unterstützung bei Großen Tümmlern könnte darin liegen, dass die Delphine in Shark Bay häufigen Haiattacken ausgesetzt sind. Der Schutz durch andere Weibchen könnte die Chance für die erfolgreiche Aufzucht der Jungen verbessern.

Autor: Andreas Ziemons (mit idw)
Redaktion: Judith Hartl