1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Deichmann will im Ausland weiter expandieren

Vor allem im Ausland will Europas größter Einzelhändler für Schuhe weiter wachsen. Die Produktion für Deichmann in Asien wird dabei immer billiger, angeblich ohne Kinderarbeit und mit Mindestslöhnen für die Arbeiter.

Gute Schuhe sorgen für glückliche Füße: Schwarze Herrenschnürschuhe in einer Reihe (Foto: dpa)

Schuhe für glückliche Füße?

Europas größter Schuheinzelhändler Deichmann will im laufenden Jahr weiter expandieren und 300 neue Läden eröffnen. Der Schwerpunkt des Ausbaus werde dabei mit rund 200 Filialen im Ausland liegen, kündigte der Chef des Familienunternehmens, Heinrich Deichmann, am Montag (10.3.2008) in Essen an. Erstmals sei die Eröffnung neuer Läden in Italien und Litauen geplant. Das Unternehmen ist bereits in 15 europäischen Ländern plus den USA vertreten.

Herr der Schuhe: Heinrich Deichmann, Vorsitzende der Geschäftsführung, bei der Bilanzpressekonferenz

Herr der Schuhe: Heinrich Deichmann, Vorsitzende der Geschäftsführung, bei der Bilanzpressekonferenz



Von weltweit 2324 Filialen gab es Ende des Jahres 2007 genau 1107 Läden in Deutschland. 2007 hatte das Unternehmen bei weltweit 26.500 Mitarbeitern rund 1600 neue Arbeitsplätze geschaffen, davon 900 im Inland.

Die Hälfte des Umsatzes kommt bereits aus dem Ausland

Bei geplanten Gesamtinvestitionen von 160 Millionen Euro sollen 67,5 Millionen Euro auf Deutschland entfallen. 2007 hatte die Deichmann-Gruppe ihren weltweiten Umsatz um 10,7 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro gesteigert. Knapp die Hälfte davon wurde im Ausland erwirtschaftet.

"Wir sind mit dem Ergebnis außerordentlich zufrieden", sagte der Chef des Familienunternehmens. Nähere Angaben machte er nicht. Nachdem die Schuhpreise im Jahr zuvor konstant geblieben seien, werde es auch 2008 keine Preiserhöhungen geben, kündigte Deichmann an.

Niedrige Preise und gutes Marketing

Um die steigenden Rohstoffkosten aufzufangen, werde der Konzern noch größere Teile seiner Produktion in Billiglohn-Länder verlagern. Bereits 2007 hatte Deichmann es geschafft, sich mit einer wirkungsvoll vermarkteten Preisoffensive - etwa dem Verzicht auf die Weitergabe der Mehrwertsteuererhöhung - vom schwachen Marktumfeld abzukoppeln.

Positive Jahresbilanz bei Deichmann

Günstig auf edel: Deichmann Flagship Store in Essen

Hintergrund seien die günstigen Beschaffungskosten durch eine direkte Zusammenarbeit mit den Produzenten, sagte Deichmann. Eine eigene Schuhproduktion gibt es bei Deichmann nicht. Das Unternehmen arbeite zu 80 Prozent mit Schuhfabriken in Asien zusammen. Etwa 20 Prozent der Schuhe würden zu jedoch spürbar höheren Preisen in Osteuropa gefertigt, etwa in Fabriken in Rumänien und Polen. Aufgrund der kürzeren Lieferwege nehme man diese Mehrkosten jedoch in Kauf. Eine Produktion in Deutschland finde im Auftrag von Deichmann nicht statt.

Schuhe werden in Asien immer billiger hergestellt

Innerhalb von Asien sei dagegen derzeit ein Trend zu immer günstigeren Standorten zu beobachten, sagte Deichmann. Statt in den Boom-Regionen im Süden Chinas würden neue Fabriken nun zunehmend im Landesinneren oder im Norden eröffnet. Zunehmend werde die Produktion auch nach Kambodscha und nach Indien verlagert. Die Schuhindustrie sei angewiesen auf niedrige Arbeitskosten, sagte Deichmann.

Das Essener Familienunternehmen achte dabei jedoch auf die Einhaltung von Mindeststandards bei der Entlohnung der Beschäftigten und bei der Umweltverträglichkeit der Produktion. Auch Kinderarbeit werde in den Fabriken nicht geduldet. (kap)