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Wirtschaft

DEG: Geld für Entwicklungsländer

Um in ärmeren Ländern zu investieren, braucht man Mut, heißt es bei der Deutschen Entwicklungsgesellschaft. Seit 50 Jahren unterstützt die DEG Unternehmen, die diesen Schritt wagen wollen.

Ein Schriftzug am Gebäude der kfw-Bankengruppe in Köln, in der auch die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) ihren Sitz hat, weist am 11.04.2012 auf das 50jährige Jubiläum der DEG hin. Foto: Marius Becker dpa/lnw (zu lnw-KORR: Mut vorausgesetzt: DEG fördert Investitionen in Entwicklungsländern vom 19.04.2012)

DEG fördert Investitionen in Entwicklungsländern

Windparks in Lateinamerika, Mineralienabbau in Kenia oder Zementproduktion in Russland: Seit mittlerweile fünf Jahrzehnten fördert die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) Projekte in Schwellen- und Entwicklungsländern. Dazu vergibt die Tochter der staatlichen KfW-Bankengruppe Kredite an Unternehmen, um zum Aufbau privatwirtschaftlicher Strukturen in solchen Ländern beizutragen. "Wir gehen Risiken ein, die Geschäftsbanken niemals eingehen würden", sagt der Sprecher der DEG-Geschäftsführung, Bruno Wenn.

Gegründet wurde die DEG 1962 auf Initiative des damaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Kai-Uwe von Hassel und des ersten deutschen Entwicklungsministers Walter Scheel. Die Idee: Deutsche mittelständische Unternehmen bei Investitionen in sogenannten Dritte-Welt-Ländern zu unterstützen und durch die entstehenden Arbeitsplätze die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu verbessern. "Der Anfang war zäh, weil die Rahmenbedingungen in den meisten Partnerländern schwierig sind und in den ersten Jahren keine Gewinne erzielt wurden", erzählt Wenn.

Keine verbilligten Kredite

Das ist heute anders: 2011 erreichte die DEG einen Jahresüberschuss von 218 Millionen Euro (2010: 268 Mio Euro) - das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte. Ihre Kredite vergibt sie inzwischen nicht mehr nur an deutsche, sondern auch an einheimische Unternehmen. Und während die Finanzmittel in der Anfangszeit fast vollständig vom Entwicklungsministerium stammten, kommen sie heute überwiegend aus Eigenmitteln. Allein im vergangenen Jahr sagte die DEG rund 1,22 Milliarden Euro für neue Projekte zu. 24 Millionen Euro flossen aus Förderprogrammen des Bundes. "Wir vergeben keine verbilligten Kredite", betont Wenn.

Das Engagement deutscher Mittelständler in Entwicklungsländern bringt nach Angaben von Bundesminister Dirk Niebel (FDP) beiden Seiten Vorteile: Einerseits könnten die Unternehmen neue Märkte erschließen, andererseits gewännen die Partnerländer mit deutschem Know-How wertvolles Fachwissen. "Wirtschaftliche Zusammenarbeit ist die Grundvoraussetzung für die dauerhafte Bekämpfung von Armut", erklärt Niebel.

Zukunftsmärkte Entwicklungsländer

Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Köln wirbt bei ihren Mitgliedern für ein Engagement in Entwicklungs- und Schwellenländern: "Wir glauben, dass das die Zukunftsmärkte sind", sagt IHK-Vizepräsident Willibert Krüger. "Aber die meisten Unternehmer haben zum Beispiel den Schritt nach Afrika noch nicht gewagt. Da gibt es noch viel Potenzial."

"Man muss Mut haben, um in Entwicklungsländern zu investieren - als Finanzierer, aber auch als Unternehmen", sagt Wenn. Gerade für kleinere und mittelständische Firmen sei das schwierig: Allein schon wegen des fremden Rechts- und Steuersystems, der Sprache und der Rekrutierung von Mitarbeitern. Die DEG sehe ihre Aufgabe deshalb auch in der langfristigen engen Begleitung eines Projekts. In 13 Ländern unterhält das Institut Außenbüros, in der Kölner Zentrale arbeiten fast 460 Menschen aus 50 Nationen.

Ablehnung von Projekten

"Ein Teil unserer Arbeit besteht auch darin, Anträge für Projekte Abzulehnen", sagt Wenn. "Oft stimmt zum Beispiel der Geschäftsplan einfach nicht. Dann überzeugen wir das Unternehmen, dass es die Finger davon lassen soll." Deshalb komme es nur selten vor, dass ein Projekt am Ende scheitert und komplett abgeschrieben werden muss. Bis heute hat die DEG in 135 Ländern rund 2700 Projekte unterstützt - sei es in der Agrarwirtschaft, der Industrie oder im Dienstleistungssektor.