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Kultur

Deep Junior greift an

Schach-Champion Garry Kasparow muss sich etwas einfallen lassen: Nach vier von sechs Partien gegen den Computer "Deep Junior" steht es 2:2. Kasparow kann sich keinen Fehler mehr leisten.

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Tief in Gedanken: Garry Kasparow

Die Partie am Sonntag (2.2.2003) war mit mehr als fünfeinhalb Stunden Dauer die bisher längste des Wettkampfs in New York. Der Rechner hatte am Ende sogar einen Bauer mehr. Erst nach spannenden 61 Zügen einigten sich Kasparow und das Team von "Deep Junior" auf ein Unentschieden. Die in New York versammelten Schachexperten waren sich einig, dass der Computer trotz des kleinen Vorteils keine Siegchancen mehr besaß.

Igel-Taktik

Die Nummer Eins der Weltrangliste agierte in der Partie ungewohnt vorsichtig und igelte sich mit den schwarzen Steinen ein. Kein Wunder: Denn Kasparow hatte zuvor in der dritten Runde eine dramatische Niederlage gegen das pfiffige PC-Programm aus Israel erlitten. "Garry" hatte alles auf eine Karte gesetzt, aber sich im entscheidenden Moment einen schweren Fehler geleistet. Damit droht jetzt sogar eine Matchniederlage.

Der Zwischenstand dürfte bei Kasparow Erinnerungen an 1997 wachrufen. Damals hatte der vielleicht beste Schachspieler aller Zeiten gegen das IBM-Programm "Deep Blue" zunächst ebenfalls in Führung gelegen, aber in der letzten Partie eine genauso überraschende wie peinliche "Null" kassiert und das Match verloren.

Mut zum Risko?

Nach Einschätzung des US-Schachgroßmeisters Yasser Seirawan wird Kasparow in der fünften Partie am Mittwoch offensiv und riskant spielen. "Garry will das Match gewinnen", sagte Seirawan. Kasparow wird die weißen Steine führen – und damit mit einem leichten Startvorteil in die Partie gehen.

Doch "Deep Junior", das von dem deutschen Unternehmen "Chessbase" vertrieben wird, lehrt inzwischen nicht nur Kasparow das Fürchten. Auch der indische Weltranglisten-Dritte Vishy Anand meinte nach der vierten Partie, dass er das Programm wohl bisher unterschätzt habe. Vor dem Wettkampf hatte Anand noch Kasparow klar favorisiert. (hh)

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